Was kosten Sie abgelaufene Produkte?
Fast keine Ladeninhaberin kennt diese Zahl. Nicht aus Desinteresse: Weggeworfene Ware taucht nirgends auf. Es gibt keine Rechnung, keinen Bericht — sie verlässt einfach das Regal und landet im Müll. Am Monatsende fehlt das Geld aber genauso, als wäre es ausgezahlt worden.
In einem typischen Lebensmittelladen liegen die Abschriften bei etwa ein bis drei Prozent des Umsatzes, und der größte Teil stammt aus einer Handvoll Warengruppen: frische Backwaren, kurz haltbare Molkereiprodukte, abgepackte Sandwiches und Salate sowie Saisonausläufer.
Die andere Seite: Ein leeres Regal kostet mehr, als Sie denken
Ein Fehlbestand ist gefährlich, weil er keine Spur hinterlässt. Ist die Milch um elf Uhr weg, beschwert sich der Nachmittagskunde nicht — er geht in den anderen Laden und kauft dort auch gleich sein Brot. Dieser Verkauf erscheint nie als Minus; er findet einfach nicht statt.
| Überbestand | Fehlbestand | |
|---|---|---|
| Was passiert mit dem Geld? | Im Regal gebunden, dann im Müll | Es kommt nie an |
| Ist es sichtbar? | Ja: Abschriften, Verderb, Preisabschläge | Nein: Ein entgangener Verkauf lässt sich nicht messen |
| Wann merken Sie es? | Am Ablaufdatum | Nie, nur am sinkenden Umsatz |
| Wie wird es behoben? | Pro Lieferung weniger bestellen | Häufiger bestellen |
Sechs Schritte zu ausgewogenen Beständen
- 11. Zwei Wochen lang jede Abschrift erfassen — mit GrundNicht nur den Betrag: welches Produkt, wie viel und warum. Ablauf deutet auf die Bestellmenge, Bruch auf die Lagerung, Kühlungsausfall auf die Technik. Nach zwei Wochen stechen fünf bis acht Produkte heraus.
- 22. Aufschreiben, was zu früh ausgingDasselbe in die andere Richtung. Ein Blatt unter der Theke reicht: ein Strich jedes Mal, wenn jemand sagen muss, dass es ausverkauft ist.
- 33. Die beiden Listen trennenSie brauchen entgegengesetzte Eingriffe. Abschrift heißt: die MENGE senken; Ausverkauf heißt: die HÄUFIGKEIT erhöhen. Verwechselt man das, wird beides schlimmer.
- 44. Immer nur ein Produkt ändernNehmen Sie beim schlimmsten Abschriftenartikel zehn bis zwanzig Prozent aus der Bestellung — nicht mehr. Ein großer Schnitt kippt Sie nur in den anderen Fehler, und dann wissen Sie nicht mehr, welche Änderung was bewirkt hat.
- 55. Zwei Wochen beobachten, dann die neue Menge aufschreibenAbschriften runter, ohne auszuverkaufen? Das ist Ihr neuer Ausgangswert. Schreiben Sie ihn nicht auf, kommt mit der nächsten Bestellung die alte Zahl zurück — der häufigste Grund, warum Verbesserungen nicht halten.
- 66. Ladenhüter abverkaufen, nicht wegwerfenEin zeitgesteuerter Rabatt zwei, drei Tage vor Ablauf holt immerhin den Einkaufspreis zurück. Dafür müssen Sie wissen, was bald abläuft — und das sagt Ihnen die Abschriftenliste: Was jeden Monat auftaucht, taucht auch nächste Woche auf.

Ein durchgerechnetes Beispiel: Was können Sie sparen?
Ein Laden bestellt täglich 40 Brötchen zu einem Einkaufspreis von 40 Forint und verkauft sie für 89. Im Schnitt gehen 33 weg, 7 werden nach Ladenschluss weggeworfen.
| Heute | Fünf weniger pro Bestellung | |
|---|---|---|
| Tagesbestellung | 40 Stk. | 35 Stk. |
| Tagesverkauf | 33 Stk. | 33 Stk. |
| Tagesabschrift | 7 Stk. | 2 Stk. |
| Tagesverlust zum Einkaufspreis | 280 Ft | 80 Ft |
| Monatsverlust (30 Tage) | 8 400 Ft | 2 400 Ft |
| Monatsdifferenz | — | 6 000 Ft |
Sechstausend Forint im Monat bei einem Artikel klingt nach wenig — aber sie kommen direkt aus dem Gewinn, nicht aus dem Umsatz. Bei zwanzig Prozent Marge entspricht das dreißigtausend Forint Mehrumsatz. Auf fünf Produkte angewendet ist das in einem kleinen Laden echtes Geld.
Welcher Fehler tut mehr weh — Produkt für Produkt?
| Produktart | Teurerer Fehler | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| Frische Backwaren | Überbestand — am nächsten Tag wertlos | Weniger bestellen, wenn möglich zweimal täglich nachlegen |
| Milch und Basis-Molkereiprodukte | Fehlbestand — genau das schickt Kunden woanders hin | Immer einen Puffer halten |
| Sandwiches, Salate, Fertiggerichte | Überbestand, der erst am Nachmittag auffällt | Gegen den Vormittagsverkauf bestellen, nicht gegen den ganzen Tag |
| Konserven und Trockenware | Eigentlich keiner von beiden | Größere, seltenere Bestellungen |
| Saisonartikel | Überbestand — nach der Saison unverkäuflich | Im letzten Drittel der Saison nicht mehr nachbestellen |

Die zehn Minuten pro Woche
- 1Öffnen Sie die Abschriftenliste der Vorwoche und sehen Sie sich die drei größten Produkte an.
- 2Sehen Sie auch die andere Liste an: was zu früh ausging.
- 3Wählen Sie EIN Produkt zum Ändern — Menge oder Häufigkeit, nicht beides.
- 4Prüfen Sie, ob etwas in wenigen Tagen abläuft, und reduzieren Sie es heute.
- 5Schreiben Sie die neue Bestellmenge dorthin, wo tatsächlich bestellt wird.
Zehn Wochen davon bringen zehn Produkte in Ordnung — meist genau die zehn, die für den Großteil Ihrer Abschriften und Fehlbestände verantwortlich sind. Dafür braucht es kein Warenwirtschaftssystem, nur dass Abschriften erfasst und nicht erinnert werden.
Kurz gefasst
Fehlbestand und Überbestand sind nicht zwei Probleme, sondern die beiden schlechten Enden einer Entscheidung. Erfassen Sie zwei Wochen lang Abschriften mit Gründen, notieren Sie, was zu früh ausging, ändern Sie dann immer nur ein Produkt um ein wenig — und sehen Sie zwei Wochen später erneut hin.
Wenn Abschriften, Eigenverbrauch und Tagesverkäufe an einem Ort erfasst werden, sind diese zehn Minuten pro Woche nur noch das Öffnen einer Liste — und genau diesen Teil nimmt Ihnen die Boltom App ab: Sie bestellt nicht für Sie und sagt nichts voraus, aber sie zeigt, welche Produkte Sie immer wieder wegwerfen und was das kostet.
Häufige Fragen
Wie viel Abschrift ist in einem kleinen Laden normal?
Ein bis drei Prozent des Umsatzes sind dort üblich, wo Frischware verkauft wird. Die Zahl allein sagt wenig: Wichtig ist, aus welchen Produkten sie kommt, denn jede Verbesserung beginnt bei einem einzelnen Produkt.
Wie verfolge ich ablaufende Produkte ohne eigenes System?
Erfassen Sie, was vor Ladenschluss aus dem Regal geht, und warum. Nach zwei Wochen zeigt die Übersicht, welche Produkte regelmäßig zu viel bestellt werden — das reicht, um zu handeln.
Um wie viel soll ich eine Bestellung kürzen?
Um zehn bis zwanzig Prozent, dann zwei Wochen beobachten. Ein großer Schnitt kippt Sie in den gegenteiligen Fehler und verdeckt, welche Änderung was bewirkt hat.
Was mache ich mit Ware kurz vor Ablauf?
Reduzieren Sie sie zwei, drei Tage vorher, mit deutlichem Regalschild und Enddatum. So kommt wenigstens der Einkaufspreis zurück.
Woran erkenne ich, dass ich von etwas zu wenig bestelle?
Es ist regelmäßig vor Ladenschluss ausverkauft. Das ist genauso ein Fehler wie eine Abschrift — er hinterlässt nur keine Spur, und deshalb muss man ihn aufschreiben.
Um gut zu bestellen, müssen Sie erst sehen, was sich verkauft und was in den Müll geht.
Die Boltom App bestellt nicht für Sie und sagt nichts voraus. Sie zeigt aber, was sich am besten verkauft und welche Produkte Sie immer wieder wegwerfen — in Euro. Danach ist die Bestellentscheidung kein Bauchgefühl mehr.
- Top-Produkte pro Tag: was sich wirklich bewegt und was nur herumsteht.
- Tägliche Abschriften mit Gründen, in Euro summiert — das ist der Preis der Überbestellung.
- Bei mehreren Läden eine eigene Auswertung je Laden: kein verwaschener Durchschnitt.
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