Die beiden Daten sind nicht dasselbe
Lebensmittel können zwei Arten von Datum tragen, und das ist keine Frage der Formulierung: Dahinter steckt jeweils eine andere Logik. Das Verbrauchsdatum steht auf Produkten, die schnell verderben und ein mikrobiologisches Risiko tragen – frisches Fleisch, frischer Fisch, manche Milchprodukte. Es ist eine Sicherheitsgrenze. Das Mindesthaltbarkeitsdatum sagt dagegen, wie lange das Produkt seine typischen Eigenschaften behält: Geschmack, Textur, Farbe.
| Verbrauchsdatum | Mindesthaltbarkeitsdatum | |
|---|---|---|
| Formulierung | „Verbrauchen bis …“ | „Mindestens haltbar bis …“ |
| Worauf es sich bezieht | Lebensmittelsicherheit | Qualität und sensorische Eigenschaften |
| Typische Produkte | Frisches Fleisch, Fisch, manche Milchprodukte | Trockene Nudeln, Konserven, Mehl, Kaffee |
| Nach dem Datum | In der EU gilt es als nicht sicher | Nicht automatisch verdorben – die Regeln unterscheiden sich aber |
| Was der Laden tut | Muss vor dem Datum aus dem Regal | Trennen und nach den lokalen Regeln kennzeichnen |
Rotation gehört zum Auffüllen
Der meiste Ausschuss im Laden entsteht nicht durch falsche Bestellungen, sondern dadurch, dass neue Ware vor die alte kommt. Das passiert nicht aus Nachlässigkeit: Beim Auffüllen hast du die Kiste in der Hand, vorne im Regal ist Platz, und die schnellste Bewegung ist, sie dorthin zu stellen. Die vorhandene Ware erst herauszuziehen dauert zwei Sekunden länger.

- Zieh beim Auffüllen immer die vorhandene Ware nach vorn und stell die neue dahinter – nie umgekehrt und nie nach dem Prinzip „mach ich später“.
- Ist das Regal tief, musst du die hintere Reihe erreichen können. Wo du nicht nach hinten kommst, bleibt die Rotation Theorie.
- Im Kühlregal gilt dieselbe Regel, nur wiegt sie schwerer: Die kürzeren Daten dort lassen Probleme schneller auftreten.
- Rotiere auch im Lager: Ein Karton auf einem hinteren Regal läuft genauso ab, nur sieht es niemand.
- Misch keine Chargen desselben Produkts mit unterschiedlichen Daten in einer Reihe – dann erkennt niemand mehr, welche älter ist.
- Füllt eine neue Kollegin oder ein neuer Kollege auf, zeig zuerst genau diese eine Bewegung. Das ist die Regel, die sich am meisten auszahlt.
Der Wochenrundgang: was innerhalb von zwei Wochen abläuft
Rotation verhindert, kann aber nicht in die Zukunft sehen. Damit du Zeit zum Handeln hast, brauchst du eine regelmäßige Kontrolle, deren Ergebnis eine Liste ist – kein Gefühl, sondern konkrete Produkte mit konkreten Daten.
- 11. Gib ihm einen festen TagImmer derselbe Tag, am besten einer der ruhigeren. Das Datum zählt mehr als der gute Vorsatz: Eine Aufgabe ohne Tag rutscht immer in die nächste Woche.
- 22. Geh alles ab, nicht nur das, was vorn stehtRegalfront, Regalrückseite, Kühlung, Tiefkühlung, Lager. Ein erheblicher Teil des Ausschusses stammt genau von dort, wo die tägliche Routine nicht hinsieht.
- 33. Schreib auf, was innerhalb von zehn bis vierzehn Tagen abläuftProdukt, Datum, Menge. Diese drei reichen. Zehn bis vierzehn Tage sind ein gutes Fenster, weil noch Zeit zum Verkaufen bleibt, aber schon klar ist, dass es nicht von allein weggeht.
- 44. Entscheide Zeile für ZeileEs gibt drei Möglichkeiten: stehen lassen (verkauft sich), abschreiben oder prominent platzieren. Die vierte – „ich behalte es im Auge“ – ist keine Entscheidung, und genau daraus entsteht in der Praxis der Ausschuss.
- 55. Sieh in der Folgewoche nach, was daraus geworden istTaucht ein Produkt Woche für Woche auf der Liste auf, liegt es nicht an der Rotation – du bestellst davon zu viel. So rettet die Liste nicht nur Ware, sie bringt dir auch etwas bei.
Wo die meisten Daten ablaufen
Wenn jemand mit dem Wochenrundgang durch einen Laden geht, verteilt sich ablaufende Ware nicht gleichmäßig. Sie sammelt sich an wenigen erkennbaren Stellen – und fast überall sind es dieselben. Es lohnt sich, sie beim Namen zu kennen, denn das macht auch den Rundgang schneller.
- Die Regalrückseite: Wo die Rotation ausgelassen wurde, staut sich die älteste Charge.
- Die unterste und oberste Reihe der Kühlung: Weder Kunden noch Personal schauen dort richtig hinein.
- Das hohe Lagerregal: Was einmal dort oben landet, bleibt, bis es jemand absichtlich herunterholt.
- Selten verlangte, aber geführte Artikel: Sie drehen so langsam, dass das Datum zuerst da ist.
- Produkte in mehreren Größen: Die große Packung bewegt sich langsamer, trägt aber dasselbe Datum.
- Reste nach einer Aktion: Eine Aktionsmenge räumt der normale Verkauf nicht ab.
Eine Abschrift braucht Zeit
Der häufigste Fehler ist nicht das Fehlen von Abschriften, sondern dass sie zu spät kommen. Kommt ein Produkt am Tag des Ablaufs ins Angebot, muss der Kunde es am selben Tag kaufen und verbrauchen – darauf lassen sich wenige ein. Ein paar Tage früher verkauft sich dasselbe Produkt zum selben Preis.

- Nutze eine feste Kennzeichnung: jedes Mal derselbe Aufkleber oder dasselbe Schild, damit Kunden es wiedererkennen.
- Nutze einen festen Platz: ein Regalende oder einen Korb, wo kurz datierte Ware immer zu finden ist.
- Lass die Kennzeichnung auch den Grund nennen. „Kurzes Datum“ ist ehrlich und schreckt Kunden nicht ab – es schafft Vertrauen.
- Fang nicht am Tag des Ablaufs an. Gib so viele Tage, wie ein durchschnittlicher Kunde zum Aufbrauchen braucht.
- Hat die Abschrift auch nicht gewirkt, schreib auch das auf: So lernst du, dass nicht der Preis das Problem war.
- Alles, was über dem Datum ist, muss sofort aus dem Regal, nicht beim nächsten Rundgang – abgelaufene Ware im Regal ist das teuerste Versehen.
Was Sie nicht tun sollten
- Ändere oder überklebe niemals die Datumskennzeichnung des Herstellers. Das ist keine Grauzone – dort liegt die Grenze, an der Vertrauen und Vorschriften zugleich stehen.
- Schieb kurz datierte Ware nicht nach hinten, „damit sie nicht auffällt“. Es ist andersherum: Was man nicht sieht, kauft man nicht.
- Überlass die Rotation nicht dem, der gerade Zeit hat. Mach sie für alle zum festen Teil des Auffüllens.
- Führ kein separates Datumsheft, wenn der Wochenrundgang ohnehin alles abdeckt – eine Parallelaufzeichnung veraltet früher oder später, und von da an führt sie in die Irre.
- Reduziere nicht das, was sich ohnehin verkaufen würde. Eine Abschrift steuert Risiko, sie ist kein Mittel, den Umsatz zu steigern.
Kurz gefasst
- Ein Verbrauchsdatum ist eine Sicherheitsgrenze, ein Mindesthaltbarkeitsdatum ein Qualitätsmerkmal – was du tust, unterscheidet sich.
- Rotation ist keine Zusatzarbeit, sie gehört zum Auffüllen: alt nach vorn, neu nach hinten, jedes einzelne Mal.
- Einmal pro Woche, an einem festen Tag, aufschreiben, was innerhalb von zehn bis vierzehn Tagen abläuft – Regal, Kühlung, Lager.
- Jede Zeile dieser Liste braucht eine Entscheidung: stehen lassen, abschreiben oder prominent platzieren.
- Eine Abschrift braucht Zeit – am Tag des Ablaufs ist es bereits zu spät.
- Was Woche für Woche auf die Liste zurückkehrt, ist eine Bestellfrage: Bestell davon weniger.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Verbrauchsdatum und Mindesthaltbarkeitsdatum?
Ein Verbrauchsdatum steht auf schnell verderblichen Produkten mit mikrobiologischem Risiko und ist eine Sicherheitsgrenze: Nach EU-Regeln gilt das Lebensmittel danach als nicht sicher. Ein Mindesthaltbarkeitsdatum sagt, wie lange das Produkt seine typische Qualität behält – das ist eine Qualitätskategorie, keine Sicherheitskategorie. Die wichtigste Folge im Laden: Ware der ersten Art muss vor dem Datum aus dem Regal, bei der zweiten entscheiden die lokalen Regeln, was du tun darfst.
Darf ich nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum verkaufen?
Das ist von Land zu Land unterschiedlich geregelt, deshalb gibt es keine einzig gültige Antwort. In mehreren EU-Mitgliedstaaten ist es unter definierten Bedingungen möglich – Trennung, klare Kennzeichnung, bestimmte Warengruppen ausgenommen –, anderswo nicht. Prüfe vor der Einführung einer Praxis die bei dir geltenden Regeln; dieser Artikel handelt von Arbeitsorganisation, nicht von Rechtsberatung.
Was bedeutet FIFO im Laden?
Dass zuerst hinausgeht, was zuerst angekommen ist – first in, first out. In der Praxis ist es eine einzige Bewegung: Beim Auffüllen ziehst du die vorhandene Ware nach vorn und stellst die neue dahinter. Wichtig ist, dass nicht die Reihenfolge der Ankunft entscheidet, sondern das Datum: Trägt eine später gelieferte Charge ein früheres Datum, kommt sie nach vorn.
Wie oft sollte ich die Daten kontrollieren?
Schnelldrehende Ware im Regal täglich, beim Auffüllen – das ist keine eigene Aufgabe. Die vollständige Kontrolle, die auch Regalrückseite und Lager umfasst, reicht einmal pro Woche, braucht aber einen festen Tag. Die tägliche und die wöchentliche Runde ersetzen einander nicht: Die tägliche fängt ab, was morgen abläuft, die wöchentliche, was in zwei Wochen abläuft.
Wie viele Tage vor dem Datum sollte ich abschreiben?
Es gibt keine allgemeingültige Zahl, weil es vom Produkt abhängt: Ein Joghurt ist keine H-Milch. Der nützliche Test ist, ob der Kunde bei normalem Verbrauch genug Zeit hat, es aufzubrauchen. Wenn nicht, bietest du keinen Rabatt an, sondern ein Problem – und beim nächsten Mal geht dieser Kunde nicht mehr ans Abschriftenregal.
Was soll ich mit etwas tun, das regelmäßig abläuft?
Reduziere die Bestellmenge, statt den Rabatt zu vertiefen. Erscheint ein Produkt Woche für Woche auf der Kurzdatum-Liste, liegt das Problem auf der Einkaufsseite: Du holst mehr herein, als sich verkauft. Ändere immer nur ein Produkt und beobachte es zwei Wochen – so findest du die Menge, die noch abverkauft wird.
Wer ist für die Daten verantwortlich, wenn wir mehrere sind?
Für die tägliche Rotation ist jede und jeder verantwortlich, der auffüllt – das lässt sich nicht aufteilen, denn sie passiert bei jedem Auffüllen oder gar nicht. Die Wochenkontrolle braucht dagegen einen Namen statt einer Rolle: Bei selten wiederkehrenden Aufgaben führt eine Rolle dazu, dass drei Leute jeweils annehmen, jemand anders habe es gemacht.
Daten sind beherrschbar, wenn du sie kommen siehst.
Rotation ist eine Frage der Disziplin, die Liste aber nicht – die musst du sehen können. In Boltom App liegt jedes Produkt in seiner eigenen Kategorie, sodass der wöchentliche Rundgang kein Suchspiel wird – und was doch zu Ausschuss wird, wird mit Grund erfasst.
- Kategorieansicht: Kühlware an einem Ort, damit der Wochenrundgang nicht kreuz und quer durch den Laden führt.
- Ausschuss wird mit Grund erfasst – hinterher siehst du, was wegen Datum und was wegen Beschädigung rausging.
- Verkäufe pro Produkt: Läuft etwas regelmäßig ab, ist nicht die Rotation das Problem, sondern die Bestellmenge.
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