„Den ganzen Tag kommen Kunden, die Kasse ist voll — dieser Laden muss richtig gut laufen.“ Viele Inhaber kleiner Läden haben das schon von einem Freund, einem Verwandten, manchmal sogar von einem Kunden gehört. Und viele spüren gleichzeitig, dass am Monatsende irgendwie nicht so viel übrig bleibt, wie die Tageseinnahmen vermuten ließen.
Die beiden Bilder widersprechen sich nicht. Durch einen kleinen Laden gehen große Summen, aber das meiste Geld wandert nur über die Theke: Die Ware muss bezahlt, die Umsatzsteuer abgeführt und Miete, Löhne und Stromrechnung beglichen werden. Was am Ende beim Inhaber bleibt, ist nur ein kleines Stück vom Umsatz — und wie klein, ist von Laden zu Laden überraschend unterschiedlich.
Dieser Artikel setzt unsere Finanzserie fort. Wie die Marge berechnet wird und worin sich Marge und Aufschlag unterscheiden, erklärt „Wie hoch ist Ihre Marge wirklich? Aufschlag, Marge und der echte Gewinn eines Ladens“; wenn Sie kurz vor der Eröffnung stehen, hilft Ihnen „Businessplan für die Ladeneröffnung: Vorlage, Rechenbeispiel und die Zahlen, an denen er scheitert“, den ganzen Plan aufzustellen. Hier geht es darum, wie aus Umsatz das Einkommen des Inhabers wird, in neutralen Einheiten und Prozenten, mit drei Ladenprofilen und dem eigenen Stundenlohn des Inhabers.
Umsatz und Gewinn: der häufigste Fehler
Umsatz ist das, was die Kunden auf der Theke lassen. Gewinn ist das, was davon nach allen Ausgaben übrig bleibt. Dazwischen liegen mehrere Stufen, und auf jeder geht etwas ab. Wer vom Umsatz auf den Verdienst schließt — ob beim eigenen Laden oder bei einem Laden, der zum Verkauf steht —, überschätzt fast immer.
- Umsatz (brutto): der volle Betrag durch die Kasse, einschließlich der Umsatzsteuer, die Sie von den Kunden kassieren. Das sehen Sie am Ende des Tages in der Kasse und am Kartenterminal.
- Nettoumsatz: der Umsatz ohne die Steuer. Sie kassieren die Steuer vom Kunden, aber sie gehört nicht Ihnen — Sie müssen sie weitergeben.
- Bruttomarge: Nettoumsatz minus Wareneinsatz. Daraus bezahlt der Laden alle anderen Kosten.
- Betriebsergebnis: Bruttomarge minus Verluste und Fixkosten. Das bleibt dem Inhaber, vor Steuern.
- Einkommen des Inhabers: das Betriebsergebnis, von dem noch die eigenen Steuern und Abgaben des Inhabers, Kreditraten und Rücklagen für den Ersatz von Geräten abgehen.
Der häufigste Fehler ist, den Bruttoumsatz — oder bestenfalls die Bruttomarge — als Verdienst zu betrachten. Doch die Bruttomarge gehört Ihnen noch nicht: Davon werden die Miete, die Aushilfe und der Strom für die Kühlschränke bezahlt. Der nächste Abschnitt zeigt an einem Beispiel, wie sie Schritt für Schritt aufgebraucht wird.
Der Wasserfall: von der Kasse in die Tasche des Inhabers
Nehmen wir einen Lebensmittelladen an einer Straßenecke in einer Kleinstadt, für einen Monat, in neutralen Einheiten. Im Beispiel gehen jeden Monat 115.000 Einheiten durch die Kasse, und der angenommene durchschnittliche Steueranteil beträgt 15.000 Einheiten — die tatsächlichen Steuersätze unterscheiden sich je nach Land und Warengruppe, das zeigt nur, wie die Rechnung funktioniert. Ab hier beziehen sich die Prozentwerte immer auf den Nettoumsatz.
| Schritt | Betrag (Einheiten/Monat) | In % des Nettoumsatzes |
|---|---|---|
| Umsatz durch die Kasse, einschließlich Steuer | 115.000 | — |
| Umsatzsteuer (im Beispiel angenommen) | −15.000 | — |
| Nettoumsatz | 100.000 | 100 % |
| Wareneinsatz | −75.000 | 75 % |
| Bruttomarge | 25.000 | 25 % |
| Abschrift | −1.500 | 1,5 % |
| Eigenverbrauch | −500 | 0,5 % |
| Inventurdifferenz (Diebstahl, Fehler, nicht erfasste Ware) | −800 | 0,8 % |
| Kartengebühren | −700 | 0,7 % |
| Marge nach Verlusten | 21.500 | 21,5 % |
| Miete | −4.500 | 4,5 % |
| Lohn einer Angestellten, mit Abgaben | −7.000 | 7 % |
| Energie (Strom, Heizung, Kühlung) | −2.000 | 2 % |
| Steuerberater, Versicherung, Telefon, Wartung | −1.500 | 1,5 % |
| Bleibt dem Inhaber, vor Steuern | 6.500 | 6,5 % |
Die wichtigste Lehre aus der Tabelle ist nicht die letzte Zeile, sondern die Größenverhältnisse. Von den 25 Einheiten Bruttomarge gehen 15 für Fixkosten drauf — ein großer Teil des Umsatzes ist also schon nötig, nur um die Türen offen zu halten. Was darüber hinausgeht, gehört dem Inhaber. Deshalb trifft ein kleiner Umsatzrückgang das Einkommen des Inhabers überproportional hart, und eine kleine Verbesserung der Marge bringt überproportional viel.

Drei Läden, drei Ergebnisse
Derselbe Wasserfall sieht in einem kleinen Dorfladen, einem Eckladen in der Kleinstadt und einem Laden mit eigener Backstube unterschiedlich aus. Die drei folgenden Profile sind erfunden, folgen aber typischen Größenverhältnissen. Die Zahlen sind Monatsbeträge in neutralen Einheiten, ohne Steuer.
| Posten | Kleiner Dorfladen | Eckladen in der Kleinstadt | Laden mit eigener Backstube |
|---|---|---|---|
| Nettoumsatz | 45.000 | 100.000 | 130.000 |
| Gemischte Bruttomarge | 22 % → 9.900 | 25 % → 25.000 | 32 % → 41.600 |
| Verluste (Abschriften, Eigenverbrauch, Inventurdifferenz, Kartengebühren) | 2 % → −900 | 3,5 % → −3.500 | 5 % → −6.500 |
| Miete | −1.000 | −4.500 | −6.000 |
| Löhne mit Abgaben | 0 (ein Familienmitglied hilft) | −7.000 | −18.000 (Bäcker und Aushilfe) |
| Energie | −1.500 | −2.000 | −4.500 (Backofen) |
| Sonstige Fixkosten | −800 | −1.500 | −2.000 |
| Bleibt dem Inhaber, vor Steuern | 5.700 | 6.500 | 4.600 |
| Dasselbe in % des Nettoumsatzes | 12,7 % | 6,5 % | 3,5 % |
| Arbeitsstunden des Inhabers pro Monat (ca.) | 300 (70 pro Woche) | 260 (60 pro Woche) | 215 (50 pro Woche) |
| Pro Arbeitsstunde des Inhabers | ca. 19 Einheiten | ca. 25 Einheiten | ca. 21 Einheiten |
Der Laden mit eigener Backstube hat die beste Marge, weil vor Ort Gebackenes weit mehr einbringt als zugekaufte Handelsware. Aber Backen braucht einen Bäcker, der Ofen braucht Strom, und auch die Abschriften bei frischen Backwaren sind höher. Hat man diese Kosten nicht im Griff, versickert die bessere Marge einfach. Der Dorfladen erzielt selbst bei niedrigem Umsatz einen ordentlichen Anteil, aber nur, weil er kaum Miete zahlt und die Arbeit des Familienmitglieds nirgends als Kosten auftaucht — müsste diese Arbeit ab morgen bezahlt werden, sähe das Bild völlig anders aus.
Der Stundenlohn des Inhabers
In den meisten kleinen Läden steht auch der Inhaber hinter der Theke — oft schließt er auf, schließt ab, gibt die Bestellungen auf und springt an seinem freien Tag ein, wenn jemand krank ist. Die ehrlichste Frage ist daher nicht, wie viel im Laden übrig bleibt, sondern wie viel das pro geleisteter Arbeitsstunde ist. Teilen Sie den Rest durch Ihre eigenen Stunden, und Sie sehen, ob der Laden Gewinn macht oder nur Ihre Arbeit bezahlt.
| Stunden pro Woche | Stunden pro Monat (ca.) | Pro Stunde aus den 6.500 Einheiten | Im Vergleich |
|---|---|---|---|
| 40 | 173 | ca. 37,6 Einheiten | Weniger, als eine Stunde der Angestellten kostet (ca. 40) |
| 50 | 217 | ca. 30 Einheiten | Drei Viertel der Stunde der Angestellten |
| 60 | 260 | ca. 25 Einheiten | Etwa 60 % der Stunde der Angestellten |
| 70 | 303 | ca. 21,5 Einheiten | Etwa die Hälfte der Stunde der Angestellten |
Viele Inhaber finden diese Rechnung unangenehm, aber sie ist wichtig. Bleibt Ihnen pro Stunde weniger, als eine Angestellte kosten würde, erwirtschaftet der Laden eigentlich keinen Unternehmergewinn: Er bezahlt Ihre Arbeit, billiger als die eines anderen, und nichts vergütet das Risiko, das eingesetzte Geld oder Ihre Wochenenden. Das ist nicht unbedingt ein Grund zu schließen — viele Inhaber entscheiden sich bewusst dafür, um der Unabhängigkeit willen —, aber es ist gut zu wissen, worauf man sich einlässt.
„Ein Laden ist profitabel, wenn nach einem marktüblichen Lohn für den Inhaber noch etwas übrig bleibt. Was davor übrig bleibt, ist kein Gewinn, sondern Lohn.”

Warum ist der eine Laden profitabel und der andere nicht?
Von zwei Läden mit ähnlichem Umsatz ernährt der eine seinen Inhaber ordentlich und der andere kaum. Der Unterschied ist selten eine einzige große Sache; viel öfter sind es einige Kennzahlen, die zusammen entscheiden, wie viel übrig bleibt.
- Standort: die Zahl der Passanten, Parkplätze, eine Schule, Haltestelle oder ein Arbeitsplatz in der Nähe. Ein guter Standort ist nicht wegen seiner Miete gut, sondern wegen der Zahl der Kunden, die er pro Einheit Miete bringt.
- Öffnungszeiten und Stoßzeiten: Ist der Laden zu Zeiten geöffnet, in denen kaum jemand kommt, laufen Löhne und Energie weiter, der Umsatz aber nicht. Profitable Läden richten ihre Öffnungszeiten nach ihren Spitzen aus.
- Margenmix: Frische Backwaren, Kaffee, regionale Produkte und Convenience-Artikel bringen typischerweise eine bessere Marge als Tabak, Grundnahrungsmittel oder Handy-Aufladungen. Derselbe Umsatz kann eine sehr unterschiedliche Bruttomarge ergeben.
- Abschriften: Ein Laden mit Frischware kann leicht zwei oder drei Prozentpunkte durch Abschriften verlieren, wenn er zu viel bestellt. Allein dieser Unterschied kann darüber entscheiden, ob überhaupt Gewinn übrig bleibt.
- Miete im Verhältnis zum Umsatz: Dieselbe Miete ist in einem gut besuchten Laden tragbar und erdrosselt den Gewinn in einem ruhigen. Entscheidend ist nicht die Höhe der Miete, sondern welchen Anteil am Nettoumsatz sie nimmt.
So rechnen Sie es für Ihren eigenen Laden aus
Den Wasserfall Ihres eigenen Ladens können Sie an einem Nachmittag aufstellen, wenn Sie die Zahlen der letzten drei bis sechs Monate haben. Es lohnt sich, nicht nur einen einzelnen Monat anzusehen, weil Saison, große Rechnungen und Feiertage ihn verzerren. Arbeiten Sie mit einem Monatsdurchschnitt und immer mit Nettobeträgen, ohne Steuer.
- 11. NettoumsatzNehmen Sie den Umsatz durch die Kasse und ziehen Sie die Umsatzsteuer ab. Ihr Steuerberater kann Ihnen genau sagen, wie viel das in Ihrem Laden war; haben Sie die Zahl nicht zur Hand, lässt sie sich aus den Kassenabschlüssen ermitteln.
- 22. WareneinsatzEntscheidend ist nicht, wie viel Ware Sie eingekauft, sondern wie viel Sie verkauft haben, zum Einkaufspreis. Ist der Warenbestand am Monatsanfang und am Monatsende etwa gleich, sind die Einkäufe des Monats eine gute Näherung; wenn nicht, rechnen Sie die Differenz ein.
- 33. BruttomargeNettoumsatz minus Wareneinsatz. Teilen Sie sie durch den Nettoumsatz und vergleichen Sie sie mit dem, was Sie von Ihrem Sortiment erwartet haben — wie man sie berechnet, behandelt unser Artikel über die Marge ausführlich.
- 44. VerlusteAddieren Sie die Abschriften des Monats, den Eigenverbrauch zum Einkaufspreis, die Inventurdifferenz und die Kartengebühren. Wenn Sie Abschriften und Eigenverbrauch nicht erfassen, ist dieser Posten nur eine Schätzung — und fast immer eine zu niedrige.
- 55. FixkostenMiete, Löhne mit Abgaben, Energie, Steuerberater, Versicherung, Telefon, Wartung und ein monatlicher Betrag für den späteren Ersatz von Geräten. Jährliche Posten teilen Sie durch zwölf.
- 66. Was übrig bleibt, und pro StundeMarge minus Verluste minus Fixkosten: Das bleibt Ihnen, vor Steuern. Teilen Sie es durch Ihre eigenen monatlichen Arbeitsstunden und vergleichen Sie es mit dem, was eine Stunde einer Angestellten kosten würde.
- 77. Die GewinnschwelleTeilen Sie die monatlichen Fixkosten durch den Margenprozentsatz nach Verlusten. Im Beispiel ergeben 15.000 Einheiten geteilt durch 21,5 % rund 70.000 Einheiten: Das ist der Nettoumsatz, den der Laden braucht, nur um keinen Verlust zu machen — und die Arbeit des Inhabers ist darin noch nicht einmal enthalten.
Fünf Hebel, die den Gewinn steigern, nicht den Umsatz
Weil die Fixkosten weitgehend unabhängig vom Umsatz sind, geht alles, was die Marge nach Verlusten erhöht, fast vollständig an den Inhaber. Im Beispiel des Eckladens ist ein einziger Prozentpunkt Marge 1.000 Einheiten im Monat — mehr als 15 % zusätzlich zu den 6.500 Einheiten, die dem Inhaber bleiben. Dafür braucht es keinen einzigen neuen Kunden.
- Margenmix verbessern: Die besten Regalplätze und der Bereich rund um die Theke gehören den Produkten mit höherer Marge. Wenn Sie je Produkt und je Kategorie neben dem Umsatz auch den Gewinn sehen, erfahren Sie, was den Platz verdient.
- Weniger Abschriften: kleinere, häufigere Bestellungen bei Frischware und ein zeitlich begrenzter Rabatt in den Stunden vor Ablauf. Was zum halben Preis weggeht, bringt noch etwas; was in der Tonne landet, kostet nur.
- Eigenverbrauch und Inventurdifferenzen erfassen: Was mit Namen und Artikel aufgeschrieben wird, schrumpft meist. Nicht aus Misstrauen, sondern weil es sichtbar wird.
- Öffnungszeiten nach den Stoßzeiten: Zeigen die stündlichen Verkäufe, dass in einer bestimmten Stunde kaum jemand kommt, können Lohn und Energie dieser Stunde mehr kosten, als sie einbringt.
- Fixkosten neu verhandeln: Miete, Energievertrag, Konditionen für Kartenzahlungen, alte Kühlschränke durch sparsamere ersetzen. Ein eingesparter fixer Posten gehört Ihnen jeden Monat aufs Neue.

Häufige Fehler bei der Rechnung
- Das Geld in der Kasse als Gewinn betrachten. Die Bar- und Karteneinnahmen des Tages sind Umsatz — davon sind die Lieferantenrechnungen, die Steuer und die Miete noch nicht einmal bezahlt.
- Mit Steuer rechnen. Wenn Sie die Marge aus dem Bruttoumsatz berechnen, sieht jede folgende Zahl zu gut aus — die Umsatzsteuer ist kein Einkommen Ihres Ladens.
- Den eigenen Lohn weglassen. Taucht die Arbeit des Inhabers nirgends auf, kann der Laden profitabel wirken, selbst wenn Ihr Stundenlohn nahe null liegt.
- Die unbezahlte Arbeit eines Familienmitglieds nicht mitrechnen. Was heute als Gefallen erledigt wird, muss morgen vielleicht bezahlt werden — und dann stellt sich heraus, dass der Laden nur so funktioniert hat.
- Einkäufe als Wareneinsatz behandeln. Haben Sie im Laufe des Monats Bestand aufgebaut, sind die Einkäufe höher; haben Sie ihn abgebaut, sind sie niedriger — so oder so ist der Gewinn verzerrt.
- Den Ersatz von Geräten vergessen. Ein Kühlschrank oder eine Kasse geht eines Tages kaputt; legen Sie nicht jeden Monat Geld dafür zurück, frisst ein schlechter Monat den Gewinn eines Jahres.
Einen Fehler gibt es, der nicht in der Rechnung liegt, sondern im Gefühl fürs Geld: wenn der Laden auf dem Papier profitabel ist und trotzdem immer Geld fehlt. Die übliche Ursache ist Geld, das im Warenbestand und in Zahlungszielen der Lieferanten gebunden ist — unser Artikel „Der Laden ist profitabel und hat trotzdem kein Geld — Warenbestand und Liquidität“ behandelt das ausführlich.
Wann Sie keinen Laden eröffnen oder kaufen sollten
Die Zahlen entscheiden nicht für Sie, aber sie warnen Sie. Zeigt der Wasserfall eines Ladens, den Sie eröffnen oder kaufen wollen, einen der folgenden Punkte, lohnt es sich, innezuhalten und alles noch einmal durchzurechnen — oder weiterzuziehen.
- Wenn der Stundenlohn des Inhabers im Plan deutlich niedriger ist als das, was Sie als Angestellter verdienen würden, mit weniger Stunden und ohne Risiko.
- Wenn der Laden nur Gewinn macht, solange die Familie unentgeltlich mitarbeitet, und niemand durchdacht hat, wie lange sie das noch tun wird.
- Wenn die Miete einen deutlich größeren Anteil am erwarteten Nettoumsatz nehmen würde als bei vergleichbaren Läden in der Gegend.
- Wenn der Plan auf einer Mischmarge beruht, die deutlich über der von Läden mit ähnlichem Sortiment liegt — das Sortiment bringt nicht deshalb eine bessere Marge, weil Sie sie in die Tabelle geschrieben haben.
- Wenn der Umsatz, den Sie für die Gewinnschwelle brauchen, höher ist, als der Standort nach den beobachteten Kundenzahlen realistisch bringen kann.
- Wenn der Verkäufer den Umsatz nennt, nicht den Gewinn, und die Stufen des Wasserfalls nicht mit Unterlagen belegen kann.
- Wenn Sie keine Reserve für mindestens einige Monate Fixkosten haben — die ersten Monate sind fast immer schlechter als der Plan.

Zusammenfassung
- Umsatz ist kein Gewinn: Vom Geld durch die Kasse bleibt nach Steuer, Ware, Verlusten und Fixkosten nur ein kleines Stück für den Inhaber.
- Die gemischte Bruttomarge eines kleinen Lebensmittelladens liegt typischerweise bei etwa 20–30 %; die Verluste nehmen davon einige Prozentpunkte, die Fixkosten den Großteil des Rests.
- Teilen Sie, was dem Inhaber bleibt, durch Ihre eigenen Arbeitsstunden und vergleichen Sie es mit den Kosten einer Arbeitsstunde einer Angestellten — das zeigt, ob es echten Gewinn gibt.
- Über den Gewinn entscheiden der Standort, wie gut die Öffnungszeiten zu den Stoßzeiten passen, der Margenmix, die Abschriften und die Miete im Verhältnis zum Umsatz — nicht die Höhe des Umsatzes.
- Ein Prozentpunkt Marge oder ein eingesparter fixer Posten geht fast vollständig an den Inhaber — der Gewinn kann wachsen, ohne dass der Umsatz wächst.
- Die Zahlen schwanken stark von Laden zu Laden und von Markt zu Markt: Rechnen Sie Ihren eigenen Laden mit Ihren eigenen gemessenen Daten durch und lassen Sie das vor einer Entscheidung von einem Steuerberater prüfen.
Häufige Fragen
Wie viel verdient der Inhaber eines kleinen Ladens?
Das ist von Laden zu Laden sehr unterschiedlich, aber in vielen kleinen Lebensmittelläden bleiben dem Inhaber vor Steuern nur wenige Prozent des Nettoumsatzes. Im Beispiel des Eckladens in diesem Artikel waren es 6,5 %, in einem kleinen Dorfladen mehr und in einem Laden mit eigener Backstube weniger. Es lohnt sich, diesen Betrag auf die eigenen Arbeitsstunden des Inhabers zurückzurechnen, denn in vielen Läden zeigt sich dann, dass der Inhaber im Grunde seine eigene Arbeit bezahlt. Die genaue Zahl lässt sich nur aus den Daten Ihres eigenen Ladens ermitteln.
Wie viel Gewinn macht ein kleiner Laden im Verhältnis zum Umsatz?
In einem kleinen Lebensmittelladen liegt die Bruttomarge typischerweise bei etwa 20–30 % des Nettoumsatzes, je nach Sortimentsmix. Abschriften, Eigenverbrauch, Inventurdifferenzen und Kartengebühren nehmen davon noch einige Prozentpunkte. Nach Miete, Löhnen, Energie und sonstigen Fixkosten bleibt vielen Läden ein einstelliger Prozentsatz. Das ist das Einkommen des Inhabers vor Steuern, von dem noch seine eigenen Steuern und Abgaben abgehen.
Lohnt es sich, einen kleinen Laden zu eröffnen?
Es lohnt sich, wenn am Ende des geplanten Wasserfalls nach einem marktüblichen Lohn für die Arbeit des Inhabers noch etwas übrig bleibt und der Standort den nötigen Umsatz realistisch bringen kann. Rechnen Sie die Gewinnschwelle aus, also wie viel Nettoumsatz nötig ist, um die Fixkosten zu decken, und vergleichen Sie sie mit den beobachteten Kundenzahlen. Sehen Sie sich auch an, wie viel Sie pro Arbeitsstunde bekommen und wie das im Vergleich zu dem steht, was Sie als Angestellter verdienen würden. Gehen die Zahlen nur mit unbezahlter Familienarbeit oder mit einer besseren Marge auf, als vergleichbare Läden erreichen, seien Sie vorsichtig.
Was ist eine normale Marge für einen kleinen Lebensmittelladen?
Die gemischte Bruttomarge, über das gesamte Sortiment berechnet, liegt in einem kleinen Lebensmittelladen typischerweise bei etwa 20–30 % des Nettoumsatzes. Grundnahrungsmittel, Tabak und Handy-Aufladungen bringen oft viel weniger, frische Backwaren, Kaffee und Convenience-Produkte mehr. Deshalb können zwei Läden mit gleichem Umsatz sehr unterschiedliche Margen haben. Wie man die Marge genau berechnet, zeigt unser Artikel über die Marge.
Was ist der Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn?
Umsatz ist das, was die Kunden bezahlen; Gewinn ist das, was davon nach allen Ausgaben übrig bleibt. Dazwischen liegen die Umsatzsteuer, der Wareneinsatz, die Abschriften und die übrigen Verluste sowie die Fixkosten. In einem kleinen Laden wird typischerweise nur ein kleiner Teil des Umsatzes zu Gewinn. Wer vom Umsatz auf den Verdienst schließt, überschätzt fast immer.
Warum ist das Geld in der Kasse kein Gewinn?
Weil die Bar- und Karteneinnahmen des Tages Umsatz sind, nicht Gewinn. Davon müssen Sie die Lieferantenrechnungen bezahlen, die Umsatzsteuer abführen und Miete, Löhne und Rechnungen begleichen. Wenn Sie das Geld in der Kasse als Gewinn betrachten und Geld herausnehmen, stellen Sie leicht fest, dass nichts mehr da ist, wenn die Rechnungen fällig werden. Der Gewinn zeigt sich erst nach der Abrechnung am Monatsende.
Soll ich meinen eigenen Lohn zu den Kosten des Ladens zählen?
Für Entscheidungen ja, denn ohne ihn wirkt der Laden profitabler, als er ist. Rechnen Sie aus, was eine Angestellte mit Ihren Arbeitsstunden kosten würde, und ziehen Sie das vom Rest ab. Bleibt dann noch etwas, ist das der echte Gewinn des Ladens; wenn nicht, bezahlt der Laden Ihre Arbeit. Wie Ihr eigenes Einkommen buchhalterisch und steuerlich zu behandeln ist, hängt von der Rechtsform und vom Land ab — das kann Ihnen Ihr Steuerberater sagen.
Wie viel Umsatz braucht ein kleiner Laden, um profitabel zu sein?
Die Gewinnschwelle erhalten Sie, indem Sie die monatlichen Fixkosten durch den Margenprozentsatz nach Verlusten teilen. Im Beispiel dieses Artikels, mit 15.000 Einheiten Fixkosten und 21,5 % Marge, sind das rund 70.000 Einheiten Nettoumsatz im Monat. Darunter macht der Laden Verlust, und die Arbeit des Inhabers ist dabei noch nicht einmal enthalten. Rechnen Sie auch den Lohn des Inhabers zu den Fixkosten, liegt der nötige Umsatz deutlich höher.
Wie viel kosten Abschriften und Diebstahl einen kleinen Laden?
Abschriften, Eigenverbrauch, Inventurdifferenzen und Kartengebühren nehmen zusammen oft 2–5 Prozentpunkte des Nettoumsatzes, in Läden mit Frischware eher am oberen Ende der Spanne. Das klingt wenig, ist aber im Vergleich zu dem, was dem Inhaber bleibt, sehr viel. Im Beispiel dieses Artikels machen die 3,5 % Verluste mehr als die Hälfte dessen aus, was der Inhaber behält. Wenn Sie sie nicht erfassen, können Sie sie nur schätzen, und die Schätzung liegt fast immer unter der Wirklichkeit.
Wie viel Miete kann sich ein kleiner Laden leisten?
Entscheidend ist nicht die Höhe, sondern welchen Anteil am Nettoumsatz sie nimmt. In den Beispielen dieses Artikels liegt die Miete bei etwa 2–5 % des Umsatzes, das ist aber von Ort zu Ort sehr unterschiedlich. Würde die Miete für ein Ladenlokal einen deutlich größeren Anteil nehmen als bei vergleichbaren Läden in der Gegend, kann nur ein höherer Umsatz oder eine bessere Marge den Unterschied ausgleichen. Rechnen Sie vor der Unterschrift die Gewinnschwelle mit dieser Miete aus.
Wie kann ich den Gewinn steigern, wenn der Umsatz nicht wächst?
Indem Sie den Margenmix verbessern, Abschriften senken, Eigenverbrauch und Inventurdifferenzen erfassen, die Öffnungszeiten nach den Stoßzeiten ausrichten und die Fixkosten neu verhandeln. Weil die Fixkosten weitgehend unabhängig vom Umsatz sind, geht fast jede solche Verbesserung an den Inhaber. Im Beispiel dieses Artikels erhöht ein einziger Prozentpunkt Marge das, was dem Inhaber bleibt, um mehr als 15 %. Ändern Sie immer nur eine Sache auf einmal, damit Sie sehen, was gewirkt hat.
Woher weiß ich, welche Produkte den Gewinn bringen?
Wenn Sie die Verkäufe Produkt für Produkt erfassen und Ihre Einkaufspreise kennen, können Sie je Produkt und je Kategorie neben dem Umsatz auch den Gewinn berechnen. Oft zeigt sich, dass das meistverkaufte Produkt den wenigsten Gewinn bringt, während eine unauffälligere Kategorie den meisten bringt. Es lohnt sich auch, zwei Zeiträume zu vergleichen, um zu sehen, ob das Umräumen eines Regals oder eine Preisänderung gewirkt hat. So entscheiden Sie, was die besten Regalplätze bekommt.
Sagen Sie den Produktnamen — und er steht an der Kasse.
Boltom App nimmt Ihnen die Arbeit hinter der Theke ab. Ein Produkt finden Sie über sein Foto oder indem Sie den Namen einfach aussprechen — ohne Codes, ohne Zettel. Was aus dem Regal geht oder in der Tonne landet, wird direkt dort erfasst, nicht in einem Heft. Die App arbeitet neben Ihrer vorhandenen Kasse, nicht an ihrer Stelle.
- Schnellcode mit Foto — oder sagen Sie den Produktnamen, und die Kasse findet ihn.
- Eigenverbrauch mit drei Fingertipps, auf den Namen der erfassenden Person.
- Täglicher Verderb samt Grund: abgelaufen, zerbrochen, unverkäuflich — in Geld summiert.
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