Wer einen Laden eröffnet, sitzt früher oder später über der Liste eines Großhändlers mit mehreren tausend Artikeln und fragt sich: Was bestelle ich davon? Es gibt zwei Versuchungen. Die eine ist, von allem ein bisschen zu haben, damit niemand mit leeren Händen geht. Die andere ist, das zu führen, was man selbst mag oder in größeren Läden gesehen hat. Beide Wege führen an denselben Ort: volle Regale, viel gebundenes Geld und ein paar Wochen später eine Reihe von Produkten, die sich nicht bewegen.
Ein Startsortiment ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Annahme darüber, was die Leute, die vorbeikommen, bei Ihnen kaufen werden. Es lohnt sich, diese Annahme sorgfältig zusammenzustellen und sie dann in den ersten Wochen an den echten Verkäufen zu prüfen. Dieser Artikel hilft Ihnen, ein Sortiment von null aufzubauen — für einen neuen Laden oder wenn Sie einen alten neu starten und mit einer sauberen Weste anfangen wollen.
Wenn Ihr Laden schon läuft und Sie das bestehende Sortiment auf eine starke Richtung eingrenzen wollen, lesen Sie „Spezialisierung für kleine Läden“. Um die Feinabstimmung Ihrer Bestellungen geht es in „Leeres Regal oder Überbestand?“, um die Tagesmengen bei Frischware in „Wie viel Frischware sollten Sie für morgen bestellen?“ und darum, wo was hinkommt, in „Wo soll was stehen?“. Hier lautet die Frage, was am ersten Tag überhaupt im Regal stehen sollte.
Das Sortiment beginnt bei Ihrer Kundschaft
Ein kleiner Laden konkurriert nicht mit dem Supermarkt um den Wocheneinkauf. Wer hereinkommt, ist irgendwohin unterwegs, dem ist etwas ausgegangen, oder die Nähe ist ihm wichtiger als der niedrigste Preis. Die erste Frage für Ihr Sortiment ist daher nicht „Was verkaufen kleine Läden normalerweise?“, sondern wer an Ihrer Tür vorbeikommt, wann und was ihm in diesem Moment fehlt.
- Die Morgenrunde: Leute, die zur Arbeit oder zur Schule eilen. Brot, Gebäck, Milch, Kaffee, eine Flasche Wasser, ein schnelles Frühstück. Für sie zählt vor allem Tempo — wenige Artikel, aber immer vorrätig.
- Die Tagesrunde: Leute, die zu Hause sind, ältere Kunden, Eltern mit kleinen Kindern, Beschäftigte aus nahegelegenen Betrieben. Kleinere Einkäufe, Grundnahrungsmittel, Gemüse, Aufschnitt, Kleinigkeiten für den Haushalt.
- Die Abendrunde: Leute auf dem Heimweg, die Abendessen oder das Frühstück für morgen holen. Brot, Eier, Milchprodukte, Getränke, etwas fürs Abendessen — und um diese Zeit verkaufen sich auch Süßwaren und Knabberartikel besser.
- Das Wochenende: ein anderer Rhythmus, ein anderer Einkaufskorb. Frischere Backwaren, Frühstückssachen, Getränke für Gäste und all die kleinen „Das habe ich vergessen“-Artikel, für die niemand ins Auto steigen will.
- Besondere Kundschaft: Eine nahe Schule, ein Büro, eine Baustelle, eine Arztpraxis oder ein Sportplatz bringt ihren eigenen Einkaufskorb mit — Snacks, Getränke, ein schnelles Mittagessen. Gibt es so etwas in der Nähe, planen Sie es gesondert ein.
Das müssen Sie nicht raten; Sie können es beobachten. Stellen Sie sich zu drei Tageszeiten in die Nähe des Ladenlokals, das Sie im Auge haben, und schauen Sie, wer vorbeigeht und was die Leute aus den anderen Läden in der Nähe heraustragen. Wenn Sie einen alten Laden neu starten, fragen Sie die Nachbarn und Ihre ersten Kunden, was ihnen gefehlt hat. Ein zehnminütiges Gespräch mit der Friseurin gegenüber verrät manchmal mehr über die Gegend als eine Woche Zählen.
Die Kategorienkarte: was Sie brauchen und was es leistet
Bevor Sie ein einziges Produkt auswählen, legen Sie die Kategorien fest. Jede Kategorie sollte im Laden eine klare Rolle haben. Ein Frequenzbringer holt den Kunden herein, auch wenn er wenig einbringt. Ein Margenbringer liefert den größeren Teil des Gewinns. Ein Impulsartikel landet an der Theke oder unterwegs im Korb. Und ein Service gibt den Leuten einen Grund, gerade zu Ihnen zu kommen. Die vierte Spalte der Tabelle ist genauso wichtig: Das ist das Risiko — wie verderblich die Ware ist und wie viel Geld sie bindet.
| Warengruppe | Warum Sie sie brauchen | Typische Rolle | Risiko |
|---|---|---|---|
| Brot und Backwaren | Der häufigste Grund für einen täglichen Besuch | Frequenzbringer | Hoch: nach einem Tag unverkäuflich, Reste werden zur Abschrift |
| Milch, Milchprodukte, Eier | Das Rückgrat des täglichen Einkaufs, morgens und abends | Frequenzbringer | Mittel: kurz haltbar, braucht Kühlung |
| Wasser, Erfrischungsgetränke, Saft | Wird unterwegs gekauft, verkauft sich schnell, das ganze Jahr gefragt | Frequenzbringer und Margenbringer | Verdirbt kaum, braucht aber viel Platz und bindet viel Geld |
| Vorratsware: Mehl, Zucker, Öl, Nudeln, Reis, Konserven | Der „Zu Hause ist es ausgegangen“-Einkauf, die Kunden erwarten es | Frequenzbringer | Niedrig: hält gut, kann sich aber langsam drehen |
| Obst und Gemüse | Lässt den Laden frisch wirken, viele kommen dafür wieder | Frequenzbringer, manchmal Margenbringer | Hoch: verdirbt schnell, viel Aussortieren |
| Aufschnitt, Käse, gekühlte Fertiggerichte | Fürs Frühstück, fürs Abendessen, für die Brotdose | Margenbringer | Hoch: kurz haltbar, Kühlung |
| Süßwaren, Knabberartikel, Chips und Nüsse | Einkäufe an der Theke und am Abend | Impulskauf und Margenbringer | Verdirbt kaum, die vielen Sorten sind verlockend |
| Kaffee, Tee, Frühstücksartikel | Regelmäßige, treue Einkäufe | Margenbringer | Niedrig, aber die Geschmäcker sind sehr verschieden |
| Haushalt, Reinigung und Körperpflege | Der „Dafür lohnt sich kein weiter Weg“-Einkauf | Margenbringer | Verdirbt kaum, langsamer Umschlag, teure Artikel |
| Services: Kaffee zum Mitnehmen, Paketannahme, kleine Reparaturen, Guthabenaufladung | Ein Grund, zu Ihnen zu kommen und dabei etwas zu kaufen | Service | Bindet wenig Geld, braucht aber Zeit und Platz |
Die Karte zeigt Ihnen auch, wo das Risiko liegt. Brot, Gemüse und Kühlware bringen die Kunden herein, aber von dort kommen auch die meisten Abschriften. Getränke und Vorratsware verderben nicht, binden aber viel Geld und Platz. In einem gut aufgebauten Startsortiment haben die verderblichen Kategorien wenige, genau bestellte Artikel, und bei den lang haltbaren Kategorien brauchen Sie nicht von allem den großen Karton.
Grundbedarf und margenstärkere Waren: das Gleichgewicht
Der tägliche Grundbedarf — Brot, Milch, Eier, Wasser, Mehl, Zucker, Öl — macht die meisten Einkäufe aus, aber die niedrigste Marge. Die Kunden kennen die Preise und vergleichen sie mit den großen Läden, sodass Sie wenig Spielraum haben. Bestünde Ihr Sortiment nur daraus, hätten Sie viele Kunden und kaum Geld übrig. Lassen Sie sie aber weg, kommen die Kunden nicht herein und gelangen auch nie zu den margenstärkeren Produkten.
Das folgende Beispiel zeigt einen kleinen Lebensmittelladen in einer Wohnsiedlung, umgerechnet auf 100 Einheiten Umsatz. Die Margenprozente sind Richtwerte, Ihre eigenen Einkaufs- und Verkaufspreise ergeben andere — entscheidend ist die Struktur: Die Hälfte des Umsatzes ist Grundbedarf, aber nur etwa ein Drittel des Gewinns kommt von dort.
| Gruppe | Umsatz (von 100 Einheiten) | Typische Marge | Marge in Einheiten | Anteil am Gewinn |
|---|---|---|---|---|
| Grundbedarf: Brot, Milch, Eier, Vorratsware | 50 Einheiten | 15 % | 7,5 Einheiten | ca. 32 % |
| Frische: Backwaren, Gemüse, Aufschnitt, Käse | 20 Einheiten | 25 % | 5 Einheiten | ca. 21 % |
| Getränke: Wasser, Erfrischungsgetränke, Saft, Kaffee | 15 Einheiten | 35 % | 5,25 Einheiten | ca. 22 % |
| Impulskauf: Süßwaren, Knabberartikel, Kleinigkeiten | 10 Einheiten | 40 % | 4 Einheiten | ca. 17 % |
| Haushalt und Körperpflege | 5 Einheiten | 40 % | 2 Einheiten | ca. 8 % |
| Gesamt | 100 Einheiten | ca. 24 % Mischmarge | 23,75 Einheiten | 100 % |
Das heißt nicht, dass der Grundbedarf zurückgefahren werden sollte. Ganz im Gegenteil: Er muss immer da sein, denn er bringt den Kunden herein, der dann auch ein Getränk oder einen Schokoriegel mitnimmt. Führen Sie im Startsortiment wenige Artikel des Grundbedarfs, lassen Sie sie aber nie ausgehen; bieten Sie in den margenstärkeren Gruppen genug Auswahl, damit die Kunden etwas finden, aber nicht so viel, dass Ihr Geld im Regal liegt.
Wenige Artikel, gute Tiefe: Startmengen
Ein Startsortiment läuft auf zwei Fragen hinaus: wie viele verschiedene Produkte (Breite) und wie viel von jedem (Tiefe). Die meisten neuen Läden übertreiben es mit der Breite und sparen an der Tiefe: Es gibt zwölf Joghurtsorten, von jeder zwei Stück, und am Mittwochnachmittag sieht der Kunde, dass die Hälfte fehlt. In einem kleinen Laden ist Verlässlichkeit mehr wert als Auswahl. Die Kunden merken sich, dass Sie immer Brot und Milch haben — nicht, dass sie einmal zwölf Joghurtsorten gesehen haben.
Die Mengen können Sie mit einer einfachen Schätzung beginnen: Kunden pro Tag × Anteil der Kunden, die dieses Produkt kaufen. Lässt der Standort 200 Kunden am Tag erwarten und rechnen Sie damit, dass jeder zehnte Milch kauft, sind das 20 am Tag. Hält die Milch zwei bis drei Tage und wird jeden zweiten Tag geliefert, brauchen Sie ungefähr zwei Tagesmengen plus etwas extra für Regal und Kühlschrank. Bei lang haltbarer Ware ist die Rechnung dieselbe, nur über einen längeren Zeitraum: Sie brauchen so viele Konserven, wie sich bis zur nächsten Bestellung verkaufen, kein halbes Lager.
| Warengruppe | Artikel am Anfang | Wie viel vorrätig | Wie schätzen |
|---|---|---|---|
| Brot, Gebäck | 2–4 Brote, 3–5 Gebäcksorten | Eine Tagesmenge, das Wochenende gesondert | Kunden × wie viele kaufen; in der ersten Woche knapper ansetzen und beobachten, wann es ausverkauft ist |
| Milch, Milchprodukte | 2–3 Milchsorten, 3–5 Joghurts und Sahneprodukte, 2–3 Käsesorten | Bis zur nächsten Lieferung, mit einem kleinen Puffer | Zuerst die gängigste Packungsgröße und Fettstufe, der Rest später |
| Eier | 1–2 Sorten | Die Menge für ein paar Tage | Wenige Sorten, aber nie ausgehen lassen |
| Wasser, Erfrischungsgetränke | 2–3 Wassersorten, 6–10 Erfrischungsgetränke und Säfte | Die Menge für ein bis zwei Wochen | Mehr in kleinen Größen, weniger in großen |
| Vorratsware | 1–2 Artikel je Grundnahrungsmittel | Die Menge für zwei bis vier Wochen | Die bekannteste Packungsgröße, die „Brauche ich zu Hause“-Produkte |
| Süßigkeiten, Knabbereien | Insgesamt 15–25 Artikel | Die Menge für ein bis zwei Wochen | Kleine, günstige, schnell drehende Artikel, wenige große Kartons |
| Haushalt, Körperpflege | 1–2 Artikel je Kategorie | Die Menge für zwei bis vier Wochen | Nur dringender Bedarf: Spülmittel, Papier, Zahnpasta, Batterien |
Runden Sie beim Schätzen vorsichtig und beginnen Sie mit weniger Artikeln. Ein fehlender Artikel lässt sich eine Woche später ergänzen, wenn Sie sehen, wonach die Leute fragen. Einen überzähligen Artikel werden Sie nur per Aktion oder als Abschrift los — und bis dahin liegt das Geld im Regal. Die Feinabstimmung Ihres Bestellrhythmus behandeln wir ausführlich in unserem Artikel über leere Regale und Überbestand.

Was Sie am Anfang weglassen sollten
Bei der ersten Bestellung geht das meiste Geld nicht durch das verloren, was fehlt, sondern durch das, was zu viel ist. Diese Artikel wirken einzeln harmlos, zusammen binden sie aber einen großen Teil Ihres Startkapitals und liegen monatelang im Regal.
- Lange Produktreihen innerhalb einer Kategorie: acht Waschmittel, fünfzehn Teesorten, zwanzig Keksarten. Beginnen Sie mit zwei oder drei und erweitern Sie, wenn die Leute danach fragen.
- Große Packungsgrößen: Reinigungsmittel in Familiengröße, große Mehlsäcke, Mehrliterpackungen. Die Kunden eines kleinen Ladens kaufen klein; die großen Packungen holen sie im Supermarkt.
- Saisonartikel: Feiertagssüßigkeiten, Grillbedarf, Schulanfangsartikel. Dafür müssen Sie Ihre Kundschaft erst kennen, sonst bleiben sie am Saisonende übrig.
- Teure Langsamdreher: Premiumgetränke, besondere Importware, teure Kosmetik. Schon ein einziger Artikel bindet viel Geld, und wenn er sich nicht verkauft, können Sie nichts damit anfangen.
- Kurz haltbare Spezialitäten: edle Käse, Fertiggerichte, exotisches Obst. Erst wenn Sie wissen, wer sie kauft.
- Dinge, die Sie mögen, nach denen in der Gegend aber niemand gefragt hat. Ihr eigenes Lieblingsprodukt ist in Ordnung, aber als Versuch, in kleinen Mengen.
Impulsartikel rund um die Theke
Ein Impulsartikel ist etwas, wofür niemand hereinkommt, was aber viele mit nach Hause nehmen: ein Schokoriegel, Kaugummi, ein Tütchen Nüsse, ein Getränk aus dem Kühlschrank. Diese Artikel haben meist eine bessere Marge, verderben kaum und passen auf wenig Platz. Im Startsortiment verdienen sie deshalb eine durchdachte, kurze Liste — keine ganze Regalreihe.
- Klein und günstig: etwas, das der Kunde ohne nachzudenken in den Korb legt. Ist es teuer oder groß, ist es kein Impulskauf mehr, sondern eine Entscheidung.
- Sofort erkennbar: Man muss auf einen Blick sehen, was es ist. An der Theke liest niemand Etiketten.
- Zur Tageszeit passend: morgens Kaugummi und etwas zum Gebäck oder zum kleinen Kaffee; abends Süßwaren, Knabberartikel und Getränke.
- Wenige Artikel, oft gewechselt: Fünf bis acht gut gewählte Artikel verkaufen mehr als ein voller Ständer, in dem sich das Auge verliert.
- Auch im Kühlschrank: Ein oder zwei kalte Getränke in Thekennähe verkaufen sich oft besser als dieselben Getränke im großen Kühlschrank hinten.
Wo genau sie hinkommen und was sich auf dem halben Meter vor der Theke lohnt, behandeln wir in unserem Artikel über die Regalanordnung. Hier genügt: Halten Sie das Impulssortiment am Anfang kurz und schauen Sie in den ersten Wochen, welche Artikel sich verkaufen. Was sich in zwei, drei Wochen nicht bewegt hat, tauschen Sie gegen etwas anderes — diese Kategorie verträgt Experimente am besten.

Regionale und besondere Produkte
Der Großteil Ihres Startsortiments wird derselbe sein wie in jedem ähnlichen Laden — und das ist in Ordnung, das erwarten die Kunden. Aber es lohnt sich, von Anfang an ein oder zwei Dinge dazuzunehmen, die die Leute in der Gegend nur bei Ihnen finden: Honig, Eier oder Marmelade eines regionalen Erzeugers, das besondere Brot einer nahen Bäckerei, hausgemachte Kuchen, Produkte, die in der Nähe lebende Gemeinschaften schätzen. Das gibt jemandem einen Grund, gezielt zu Ihnen zu kommen — und anderen davon zu erzählen.
- Beginnen Sie klein: ein oder zwei Produkte von einem Erzeuger, ein paar Stück. Verkaufen sie sich, erweitern Sie; wenn nicht, haben Sie nicht viel verloren.
- Fragen Sie, ob unverkaufte Ware zurückgenommen oder getauscht wird und wie oft geliefert werden kann. Bei einem kleinen Erzeuger ist das oft Vereinbarungssache.
- Machen Sie sie sichtbar: ein kleines Regal oder ein Korb in Eingangsnähe, ein handgeschriebenes Schild, woher sie kommen. Regionale Produkte verkaufen sich, wenn die Kunden sie bemerken.
- Rechnen Sie auch die Marge aus: Regionale Produkte kosten im Einkauf oft mehr, aber die Kunden sind auch bereit, mehr dafür zu bezahlen. Bringen sie nichts ein, sind sie eine teure Dekoration.
Stellt sich nach ein paar Monaten heraus, dass regionale Produkte oder eine bestimmte Kategorie bei Ihnen besonders stark sind, kann daraus eine ganze Richtung werden. Das ist aber schon eine Frage der Spezialisierung — im Startsortiment reicht es, ein oder zwei solcher Versuche zu starten und zu beobachten, was daraus wird.

Die ersten 4–8 Wochen: messen und anpassen
Ein Startsortiment ist nie perfekt, und das muss es auch nicht sein. Die ersten vier bis acht Wochen sind dazu da, zu zeigen, welche Ihrer Annahmen richtig waren. Dafür müssen Sie Produkt für Produkt drei Dinge sehen: was sich verkauft, was liegen bleibt und was zur Abschrift wird. Wenn Sie das nicht erfassen, bleiben von den Eröffnungswochen nur Eindrücke — und nach Eindruck verkauft sich immer das, was Sie mögen.
- Was sich gut verkauft: Lassen Sie es nicht ausgehen. Prüfen Sie, ob die Tiefe reicht und ob Sie eine zweite Sorte oder Packungsgröße brauchen.
- Was liegen bleibt: Was sich in zwei, drei Wochen kaum bewegt hat, bestellen Sie nicht nach. Ist es haltbar, verkaufen Sie es mit einer Aktion ab; ist es verderblich, kürzen Sie die Bestellung sofort.
- Was zur Abschrift wird: Erfassen Sie Abschriften mit Grund — abgelaufen, altbacken, beschädigt. Der Grund sagt Ihnen, ob Sie zu viel bestellt, schlecht platziert oder unsachgemäß behandelt haben.
- Was verlangt wurde, aber fehlte: Nehmen Sie aus dem „Wurde verlangt“-Heft die Artikel auf, die mehrmals vorkamen, in kleinen Mengen.
- Was Geld bringt: Es geht nicht nur um Stückzahlen. Ein Produkt, das sich viel verkauft, aber wenig Marge bringt, und eines, das sich weniger verkauft, aber gut verdient, spielen sehr unterschiedliche Rollen.
Gehen Sie einmal pro Woche in einer ruhigen Viertelstunde diese Zahlen durch und treffen Sie ein oder zwei Entscheidungen: was rausfliegt, was dazukommt, wovon Sie mehr oder weniger bestellen. Ändern Sie nicht alles auf einmal, sonst wissen Sie nicht, was gewirkt hat. Dafür brauchen Sie Aufzeichnungen, die Verkäufe und Abschriften Produkt für Produkt erfassen; Boltom App zum Beispiel erfasst Verkäufe und Abschriften mit Grund neben Ihrer bestehenden Kasse, und ihre Berichte können zwei Zeiträume nebeneinanderstellen, sodass sich die ersten und die zweiten vier Wochen schnell vergleichen lassen.

„Ihr erstes Sortiment ist keine Entscheidung, sondern eine Annahme. Die Kunden stimmen an der Theke darüber ab — Ihre Aufgabe ist nur, die Stimmen zu zählen.”
Häufige Fehler beim Startsortiment
| Fehler | Wozu es führt | Wie Sie ihn vermeiden |
|---|---|---|
| Von allem ein bisschen | Ein breites, aber flaches Sortiment: Vieles geht abwechselnd aus, und die Kunden können sich nicht auf Sie verlassen | Wenige Artikel in guter Tiefe — die Erweiterung kann warten, bis Sie gemessen haben |
| Aus dem Katalog bestellen statt von der Kundschaft her | Ware im Regal, die niemand in der Gegend sucht | Erst beobachten, wer wann vorbeikommt, und daraus die Kategorien aufbauen |
| Nur Grundbedarf | Viele Kunden, wenig Gewinn — der Umsatz ist da, das Geld nicht | Jeder Kategorie eine Rolle geben und auch für die margenstärkeren Gruppen Platz schaffen |
| Zu viele verderbliche Artikel | Hohe Abschriften in den ersten Wochen, wenn Sie noch nicht wissen, was sich verkauft | Mit wenigen Artikeln Frischware beginnen und Reste täglich prüfen |
| Große Packungen und teure Artikel in der ersten Bestellung | Das Startkapital liegt im Regal und bewegt sich monatelang nicht | Kleine Packungen, schnell drehende Artikel; teure Artikel nur auf Nachfrage, in kleinen Mengen |
| Die ersten Wochen nicht messen | Das Sortiment ändert sich nach Eindrücken, und dieselben Fehler bleiben | Verkäufe und Abschriften Produkt für Produkt erfassen und wöchentlich auswerten |
Schritte und Checkliste
- 11. Beobachten Sie Ihre KundschaftSchauen Sie zu drei Tageszeiten an mindestens drei Tagen, wer am Laden vorbeigeht und was die Leute aus den anderen Läden in der Nähe heraustragen. Notieren Sie die Morgen-, Tages-, Abend- und Wochenendrunde und was jeder fehlt.
- 22. Zeichnen Sie die KategorienkarteLegen Sie fest, welche Kategorien Sie brauchen, und geben Sie jeder eine Rolle: Frequenzbringer, Margenbringer, Impulskauf oder Service. Notieren Sie daneben das Risiko — wie verderblich, wie viel Geld gebunden wird.
- 33. Legen Sie das Gleichgewicht festSchätzen Sie, welchen Anteil am Umsatz jede Gruppe bringt und welche Marge sie erzielt. Prüfen Sie, woher der Gewinn kommt und ob die margenstärkeren Gruppen genug Platz haben.
- 44. Wählen Sie Produkte und MengenWenige Artikel je Kategorie, in der bekanntesten Packungsgröße. Schätzen Sie die Mengen aus Kundenzahlen und Lieferrhythmus und runden Sie vorsichtig.
- 55. Streichen Sie, was warten kannGehen Sie die Liste durch und nehmen Sie lange Produktreihen, große Packungen, Saisonartikel und teure Langsamdreher heraus. Nehmen Sie ein oder zwei regionale oder besondere Produkte in kleinen Mengen dazu.
- 66. Messen und passen Sie wöchentlich anErfassen Sie in den ersten vier bis acht Wochen Verkäufe und Abschriften Produkt für Produkt, führen Sie das „Wurde verlangt“-Heft, und treffen Sie jede Woche ein oder zwei Entscheidungen darüber, was bleibt, was geht und was dazukommt.
- Es ist aufgeschrieben, wer morgens, tagsüber, abends und am Wochenende am Laden vorbeikommt.
- Jede Kategorie hat eine Rolle und ein bekanntes Risiko.
- Der tägliche Grundbedarf — Brot, Milch, Eier, Wasser, Grundnahrungsmittel — ist vorhanden, mit einem Plan, damit er nicht ausgeht.
- Auch die margenstärkeren Gruppen — Getränke, Süßwaren, Knabberartikel, Haushaltswaren — haben Platz.
- Es gibt wenige Artikel verderblicher Ware, und die Bestellung folgt dem Lieferrhythmus.
- Die erste Bestellung enthält keine großen Packungen, Saisonartikel oder teuren Langsamdreher.
- Es gibt ein kurzes Impulssortiment rund um die Theke und ein oder zwei regionale Produkte zur Probe.
- Sie wissen, wie Sie Verkäufe und Abschriften Produkt für Produkt erfassen und an welchem Wochentag Sie sie auswerten.
Zusammenfassung
- Bauen Sie Ihr Startsortiment von Ihrer Kundschaft her auf: wer vorbeikommt, wann und was ihm fehlt.
- Geben Sie jeder Kategorie eine Rolle — Frequenzbringer, Margenbringer, Impulskauf oder Service — und ein bekanntes Risiko.
- Der Grundbedarf bringt die Kunden, die margenstärkeren Gruppen bringen den Gewinn; Sie brauchen beides.
- Wenige Artikel, gute Tiefe: Verlässlichkeit ist mehr wert als Auswahl.
- Lassen Sie am Anfang lange Produktreihen, große Packungen, Saisonartikel und teure Langsamdreher weg.
- Messen Sie in den ersten vier bis acht Wochen Produkt für Produkt, was sich verkauft, was liegen bleibt und was zur Abschrift wird — und passen Sie an.
Häufige Fragen
Was sollte man in einem kleinen Laden verkaufen?
Das, was Anwohner und Passanten schnell und unterwegs brauchen. Die Grundlage ist der tägliche Grundbedarf: Brot, Backwaren, Milch, Eier, Wasser, Erfrischungsgetränke und die wichtigsten Vorratsgrundlagen. Daneben brauchen Sie margenstärkere Kategorien wie Getränke, Süßwaren, Knabberartikel, Kaffee und ein paar Haushaltsartikel. Die genaue Liste bestimmt Ihre Kundschaft, deshalb beobachten Sie vor der Eröffnung, wer wann vorbeikommt und was die Leute tragen.
Wie viele Produkte sollte ein kleiner Laden am Anfang führen?
Eine einzige richtige Zahl gibt es nicht, denn Größe des Ladens, Regale und Kundschaft haben immer Vorrang. Ein kleiner Lebensmittelladen kann typischerweise gut mit ein paar hundert Artikeln starten, solange der tägliche Grundbedarf immer da ist. Wichtiger ist, je Kategorie wenige Artikel zu haben, bei jedem aber genug Tiefe. Beginnen Sie mit weniger und erweitern Sie, sobald die Verkäufe der ersten Wochen zeigen, was die Leute wollen.
Was verkauft sich in einem kleinen Laden am besten?
In den meisten kleinen Läden verkaufen sich Brot und Backwaren, Milch und Milchprodukte, Eier, Wasser und Erfrischungsgetränke sowie Süßwaren und Knabberartikel am häufigsten. Die Reihenfolge in Ihrem Laden hängt von der Gegend ab: Neben einem Büro sind es vielleicht Getränke und schnelle Mittagessen, in einer Wohnsiedlung Artikel für Frühstück und Abendessen. Das meistverkaufte Produkt ist aber nicht immer das, das den meisten Gewinn bringt. Deshalb lohnt es sich, neben den Stückzahlen auch auf die Marge zu schauen.
Wie viel Geld braucht man für den Startbestand?
Das hängt von der Größe des Ladens, vom Sortiment und davon ab, wie viel Sie den Lieferanten im Voraus bezahlen müssen. Bemessen Sie Ihren Startbestand so, dass er bis zur nächsten Bestellung reicht, nicht für Monate. Sie brauchen nicht von jedem lang haltbaren Produkt den großen Karton, und von verderblicher Ware nur so viel, wie der Lieferrhythmus verlangt. Unsere Artikel über die Kosten einer Ladeneröffnung und über den Businessplan behandeln Anlaufkosten und Reserven ausführlich.
Wie sollte das Verhältnis zwischen Grundbedarf und margenstärkerer Ware sein?
In einem typischen kleinen Lebensmittelladen kann etwa die Hälfte des Umsatzes aus dem Grundbedarf kommen, aber ein viel kleinerer Anteil des Gewinns. Das genaue Verhältnis hängt von Ihrer Kundschaft und Ihren Preisen ab. Ziel ist nicht, den Grundbedarf zurückzufahren, denn er bringt die Kunden herein, sondern dafür zu sorgen, dass auch die margenstärkeren Gruppen genug Platz bekommen. Die Berichte aus Ihren ersten Wochen zeigen Ihnen, wie sich dieses Verhältnis in Ihrem Laden entwickelt.
Lohnt es sich, in einem kleinen Laden frisches Obst und Gemüse zu verkaufen?
Viele Kunden kommen dafür wieder, daher lohnt es sich oft, aber es ist eine der riskantesten Kategorien. Beginnen Sie mit ein paar schnell drehenden Artikeln — Kartoffeln, Zwiebeln, Äpfel, Bananen, Tomaten — und prüfen Sie die Auslage täglich. Erfassen Sie Abschriften mit Grund, damit Sie sehen, was es kostet. Verkauft sich die Ware gut und bleiben die Abschriften im Rahmen, können Sie schrittweise erweitern.
Was sollte man in einem neuen Laden nicht verkaufen?
Lassen Sie am Anfang lange Produktreihen innerhalb einer Kategorie, große Packungsgrößen, Saisonartikel und teure Langsamdreher weg. Dasselbe gilt für kurz haltbare Spezialitäten, bis Sie wissen, wer sie kauft. Das sind keine Produkte, die für immer wegbleiben; sie können einfach warten, bis die Verkäufe der ersten Wochen zeigen, ob es Nachfrage gibt. Ein fehlendes Produkt lässt sich später ergänzen, ein überzähliges aber bindet Ihr Geld.
Was sind Impulsartikel, und warum sind sie wichtig?
Das sind kleine, günstige Produkte, für die niemand hereinkommt, die die Kunden aber ohne nachzudenken unterwegs oder an der Theke in den Korb legen. Typisch sind Süßigkeiten, Kaugummi, ein kleiner Snack oder ein kaltes Getränk. Sie haben meist eine bessere Marge und verderben kaum, deshalb tragen sie viel zum Gewinn bei. Am Anfang brauchen Sie eine kurze, gut gewählte Liste davon, die Sie in den ersten Wochen danach umstellen, was sich verkauft.
Lohnt es sich, regionale Produkte zu verkaufen?
Ja, denn das ist einer der einfachsten Wege, Ihren Laden von den anderen abzuheben. Regionaler Honig, Eier, Marmelade oder Backwaren geben den Leuten einen Grund, gezielt zu Ihnen zu kommen. Beginnen Sie klein, vereinbaren Sie mit dem Erzeuger die Lieferungen und was mit unverkaufter Ware geschieht, und machen Sie die Produkte im Regal gut sichtbar. Rechnen Sie auch die Marge aus, denn regionale Produkte kosten im Einkauf oft mehr.
Wie schätze ich, wie viel ich von einem Produkt bestellen soll?
Gehen Sie von Ihren erwarteten Kunden pro Tag aus und schätzen Sie, welcher Anteil davon dieses Produkt kauft. Erwarten Sie 200 Kunden am Tag und kauft jeder zehnte Milch, sind das 20 am Tag. Multiplizieren Sie das mit der Zahl der Tage zwischen zwei Lieferungen und geben Sie einen kleinen Puffer dazu. Passen Sie in den ersten Wochen anhand der echten Verkäufe an, denn die Schätzung ist nur ein Ausgangspunkt.
Wann sollte ich mein Startsortiment ändern?
In den ersten vier bis acht Wochen lohnt es sich, jede Woche hinzuschauen und ein oder zwei kleine Entscheidungen zu treffen. Was sich in zwei, drei Wochen kaum bewegt hat, bestellen Sie nicht nach; was regelmäßig ausgeht, bekommt mehr Tiefe. Ändern Sie nicht alles auf einmal, sonst wissen Sie nicht, was gewirkt hat. Größere Änderungen, etwa eine ganze Kategorie zu streichen oder eine neue Richtung zu stärken, planen Sie erst auf Basis mehrerer Wochen Daten.
Wie hilft Boltom App beim Aufbau des Sortiments?
Das Startsortiment müssen Sie selbst zusammenstellen; Boltom App gibt keine Bestellungen auf und verfolgt keine Lagerbestände. Sie hilft Ihnen aber zu sehen, was in den ersten Wochen passiert: Neben Ihrer bestehenden Kasse erfasst sie Verkäufe, Abschriften mit Grund und Eigenverbrauch. Ihre Berichte zeigen Umsatz und Gewinn je Produkt und je Kategorie und können zwei Zeiträume nebeneinanderstellen. So beruht die Anpassung des Sortiments auf echten Verkäufen, nicht auf Eindrücken.
Sagen Sie den Produktnamen — und er steht an der Kasse.
Boltom App nimmt Ihnen die Arbeit hinter der Theke ab. Ein Produkt finden Sie über sein Foto oder indem Sie den Namen einfach aussprechen — ohne Codes, ohne Zettel. Was aus dem Regal geht oder in der Tonne landet, wird direkt dort erfasst, nicht in einem Heft. Die App arbeitet neben Ihrer vorhandenen Kasse, nicht an ihrer Stelle.
- Schnellcode mit Foto — oder sagen Sie den Produktnamen, und die Kasse findet ihn.
- Eigenverbrauch mit drei Fingertipps, auf den Namen der erfassenden Person.
- Täglicher Verderb samt Grund: abgelaufen, zerbrochen, unverkäuflich — in Geld summiert.
Ohne Kreditkarte · 2 Minuten




