Mitte Dezember, kurz vor Ladenschluss. Eine Stammkundin fragt an der Theke: „Am Vierundzwanzigsten haben Sie doch offen, oder? Und wie lange an Silvester?“ Die Inhaberin sagt sofort „wie letztes Jahr“ — und merkt am Abend, dass sie sich nicht mehr genau erinnert, wie es letztes Jahr war. Sie weiß auch nicht, wer zwischen den Feiertagen arbeitet oder an welchem Tag der Brotlieferant zum letzten Mal liefert.
Feiertage funktionieren anders als eine normale Woche. Die Kunden kaufen in wenigen Stunden, wofür sie sonst eine Woche brauchen, und kommen dann tagelang kaum. Die Lieferanten machen Pause, auch das Team hat die Feiertage verdient, und vielerorts gibt es eigene Regeln dafür, wann ein Laden öffnen darf. Wer in dieser Jahreszeit aus Gewohnheit entscheidet, zahlt schnell Löhne in einem leeren Laden — oder hat gerade dann geschlossen, wenn das ganze Viertel Schlange stehen würde.
In diesem Artikel gehen wir durch, wie Sie Ihre Öffnungszeiten an Feiertagen anhand Ihrer Zahlen festlegen, wie Sie das Team für die Feiertage planen, was Sie vor und nach der Schließung bestellen, wie Sie die Kunden informieren und worauf Sie bei der Wiedereröffnung achten. Die Beispiele drehen sich um den 24. Dezember, den 31. Dezember und Neujahr, weil das in vielen Ländern die entscheidenden Tage sind — Ihre Feiertage können aber andere sein; die Zahlen rechnen mit neutralen Einheiten. Wie lange Sie generell öffnen sollten, behandelt „Wie lange sollte Ihr Laden offen bleiben? Die Grenzstunde, Sonntage und frühe Öffnungszeiten“, und die Vorbereitung auf das ganze Jahresende „Bereit für das Jahresende: ein Saisonplan für Ihren Laden von Oktober bis Januar“.
Warum Öffnungszeiten an Feiertagen anders sind
In einer normalen Woche laufen die Öffnungszeiten fast von allein: Die Kunden kennen sie, der Dienstplan wiederholt sich, und die Ware kommt an den üblichen Tagen. Rund um die Feiertage wird diese Routine für ein paar Tage auf den Kopf gestellt, und mehrere Dinge ändern sich gleichzeitig — jedes beeinflusst die anderen.
- Der Rhythmus der Kunden. Vor dem Fest kaufen alle gleichzeitig ein, oft mit vollem Korb, während an den Feiertagen nur kommt, wem etwas ausgegangen ist oder wer etwas vergessen hat.
- Die Pause der Lieferanten. Viele Lieferanten pausieren tagelang oder liefern seltener. Was nach der letzten Lieferung ausverkauft ist, fehlt dann tagelang.
- Die Bedürfnisse des Teams. Die Feiertage gehören auch den Familien, und alle wollen dieselben Tage frei haben. Das muss im Voraus geregelt werden — und zwar fair.
- Die Regeln. Vielerorts gibt es eigene Vorschriften zu Öffnungszeiten an Feiertagen und Sonntagen, zur Arbeit an Feiertagen und zu Zuschlägen. Sie unterscheiden sich von Land zu Land und sogar von Ort zu Ort.
- Die Kosten. Eine Feiertagsstunde kann teurer sein als eine normale: Zuschlag, Heizung, Licht — und der Mensch, der in dieser Zeit nicht zu Hause ist.
Das Muster der Feiertage — und was gekauft wird
In den meisten kleinen Läden zeigt sich rund um die Feiertage Jahr für Jahr ein ähnliches Muster. Die genauen Zeiten hängen von der Gegend, den Kunden und den örtlichen Feiertagen ab, aber es lohnt sich, von diesem Bild auszugehen und es mit Ihren eigenen Zahlen aus dem Vorjahr zu verfeinern. Fallen Ihre Feiertage auf andere Tage, funktioniert dieselbe Logik: eine Spitze vor dem Fest, ein ruhiger Feiertag, eine weitere Spitze vor dem nächsten.
| Zeitraum | Typischer Betrieb | Was gekauft wird | Worauf achten |
|---|---|---|---|
| Die 2–3 Tage vor dem Fest | Stark steigend, volle Körbe | Zutaten, Getränke, Süßes, kleine Geschenke | Eine zusätzliche Person für die Spitzenstunden und volle Regale bis zum Abend. |
| 24. Dezember, Vormittag | Die Spitze, vom Morgen bis zum frühen Nachmittag | Brot, Milch, saure Sahne, Butter, Eier, Getränke, Batterien, Kerzen, Geschenkpapier | Verkürzte Öffnungszeiten; Frischware sollte bis Mittag ausverkauft sein. |
| Die Feiertage selbst | Geschlossen oder sehr ruhig | Falls geöffnet: Brot, Milch, Getränke, Snacks | Nur öffnen, wenn die Zahlen des Vorjahres es rechtfertigen. |
| Die Tage zwischen den Feiertagen | Ruhig, mal mehr, mal weniger | Milch, Brot, Kleinigkeiten zu den Resten | Verkürzte Öffnungszeiten, weniger Personal. |
| 31. Dezember, Vormittag und früher Nachmittag | Zweite Spitze | Getränke, Mineralwasser, Eis, Snacks, Würstchen, Sekt, kleine Geschenke | Reichlich gekühlte Getränke, und früher schließen. |
| 1. Januar | Sehr ruhig oder geschlossen | Brot, Milch, Mineralwasser, Kaffee | Vielerorts lohnt sich das Öffnen nicht oder ist gar nicht erlaubt. |
| Der erste Tag nach den Feiertagen | Ein starker Vormittag | Frisches Brot, Milch, Gemüse, Obst | Frischware bis zum Morgen in den Regalen, Haltbarkeitsdaten geprüft. |
Das Wichtigste an der Tabelle: Das Feiertagsgeschäft verteilt sich nicht, es drängt sich in wenige Stunden. Der Vormittag des 24. Dezember oder der frühe Nachmittag an Silvester bringt oft so viel wie ein ganzer normaler Tag, danach geht die Tür aber stundenlang kaum auf. Die Frage ist also nicht, ob Sie an einem Feiertag öffnen, sondern zu welchen Stunden genau.
Entscheiden mit Zahlen: Lohnt sich ein Feiertagsnachmittag?
Eine Feiertagsstunde lohnt sich, wenn der Gewinn, den sie bringt — nicht der Umsatz! —, die Kosten des Offenhaltens deckt. Dafür brauchen Sie zwei Zahlen: die stündlichen Einnahmen am selben Tag des Vorjahres und die Kosten einer geöffneten Stunde. Rechnen wir ein Beispiel in neutralen Einheiten durch. Im Vorjahr nahm ein Laden am 31. Dezember zwischen 14 und 18 Uhr 600 Einheiten ein, seine durchschnittliche Marge liegt bei 25 Prozent. Am Nachmittag steht eine Verkäuferin an der Theke, mit 12 Einheiten pro Stunde, und im Beispiel nehmen wir 50 Prozent Feiertagszuschlag an — sie kostet also 18 Einheiten pro Stunde. Zusätzliche Heizung, Licht und Kühlung am Nachmittag machen 2 Einheiten pro Stunde aus. Eine geöffnete Feiertagsstunde kostet also 20 Einheiten.
| Stunde | Einnahmen im Vorjahr | Gewinn (25 %) | Kosten | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| 14–15 Uhr | 240 Einheiten | 60 Einheiten | 20 Einheiten | +40 Einheiten |
| 15–16 Uhr | 180 Einheiten | 45 Einheiten | 20 Einheiten | +25 Einheiten |
| 16–17 Uhr | 120 Einheiten | 30 Einheiten | 20 Einheiten | +10 Einheiten |
| 17–18 Uhr | 60 Einheiten | 15 Einheiten | 20 Einheiten | −5 Einheiten |
| Gesamt 14–18 Uhr | 600 Einheiten | 150 Einheiten | 80 Einheiten | +70 Einheiten |
Der Nachmittag als Ganzes lohnt sich: 150 Einheiten Gewinn minus 80 Einheiten Kosten ergeben 70 Einheiten. Die letzte Stunde ist allerdings schon ein Verlustgeschäft, weil 15 Einheiten Gewinn 20 Einheiten Kosten gegenüberstehen. Schließen Sie um 17 Uhr, bleiben von 135 Einheiten Gewinn minus 60 Einheiten Kosten 75 Einheiten — mit einer Stunde weniger verdienen Sie also 5 Einheiten mehr, und Ihre Kollegin ist eine Stunde früher zu Hause. Das ist die Grenzstunde an Feiertagen: die Stunde, in der der Gewinn die Kosten nicht mehr deckt.
- Passen Sie an dieses Jahr an. Liegen Ihre Einnahmen in diesem Herbst 10 Prozent unter dem Vorjahr, senken Sie auch die Feiertagszahlen des Vorjahres entsprechend. Im Beispiel bringt die Stunde von 16 bis 17 Uhr dann 108 Einheiten Einnahmen und 27 Einheiten Gewinn — immer noch 7 Einheiten mehr als die Kosten.
- Stehen Sie selbst hinter der Theke, ist auch Ihre Stunde nicht gratis. Rechnen Sie so, als würden Sie eine Vertretung bezahlen — sonst sieht jede Feiertagsstunde rentabel aus.
- Schauen Sie, wohin der entgangene Umsatz wandert. Schließen Sie früher, kommen manche Kunden stattdessen am Vormittag — der Umsatz ist also nicht ganz verloren, nur verschoben.
- Denken Sie auch an die Kundenbindung. Eine ruhige Feiertagsstunde bringt wenig Geld, aber wenn Sie als Einzige in der Nähe geöffnet haben, merken sich die Kunden das. In Einheiten lässt sich das nicht messen, aber Sie können bewusst darüber entscheiden.
- Ein Jahr ist noch kein Muster. Haben Sie Zahlen aus zwei oder drei Jahren, sehen Sie sich alle an: Ein verregneter Feiertag oder einer, der auf ein Wochenende fällt, kann das Bild stark verzerren.
Regeln, Zuschläge, Ruhetage
Bevor Sie etwas an die Tür hängen, prüfen Sie, was erlaubt ist. Welche Tage als gesetzliche Feiertage gelten, ob ein Laden an einem Sonntag oder Feiertag öffnen darf und wenn ja, wie lange, unterscheidet sich von Land zu Land und sogar zwischen Regionen und Städten. Es kann örtliche Feiertage geben, von denen in der Nachbarstadt niemand gehört hat, und was erlaubt ist, hängt manchmal von der Größe des Ladens ab, davon, ob der Inhaber selbst mitarbeitet, oder von der Art des Geschäfts.
- Prüfen Sie, an welchen Tagen Schließpflicht besteht und an welchen die erlaubten Öffnungszeiten kürzer sind.
- Klären Sie, wie viel Zuschlag jemandem zusteht, der an einem Feiertag oder Sonntag arbeitet, und rechnen Sie ihn in die Kosten der Stunden ein.
- Fragen Sie nach, wie viel Ruhezeit dem Personal zwischen zwei Schichten und innerhalb einer Woche zusteht — an den hektischen Tagen rund um die Feiertage wird das leicht verletzt.
- Ändern sich die Regeln von Jahr zu Jahr, gehen Sie nicht vom Aushang des Vorjahres aus, sondern immer von den aktuellen Vorschriften.
Das Team für die Feiertage planen
Die allgemeinen Grundsätze der Dienstplanung — Schichten passend zum Betrieb und die Lohnkosten — behandelt „Schichtplanung im Laden: damit die Lohnkosten nicht den Gewinn auffressen“. Die Feiertage haben aber ein paar eigene Besonderheiten: Alle wollen dieselben Tage frei haben, die Spitzen sind kurz und heftig, und wer letztes Jahr an Heiligabend gearbeitet hat, zählt auch dieses Jahr noch.
- Zuerst die Freiwilligen. Fragen Sie, wer gern rund um die Feiertage arbeitet. Manchen ist der Zuschlag wichtig, manche feiern ein anderes Fest, und manche haben lieber an Silvester frei als an Heiligabend.
- Rotation von Jahr zu Jahr. Notieren Sie, wer im Vorjahr an den begehrtesten Tagen gearbeitet hat, und geben Sie diesen Personen dieses Jahr Vorrang beim Freinehmen. Das ist der einfachste Weg, damit sich der Dienstplan fair anfühlt.
- Frühe Wünsche. Sammeln Sie die Wünsche vier Wochen im Voraus und setzen Sie eine Frist. Wer sich bis dahin nicht gemeldet hat, wird nach der Rotation eingeteilt.
- Eine zusätzliche Person für die Spitze. Am Vormittag des 24. und des 31. Dezember brauchen Sie zwei Leute für Theke und Regale; an ruhigen Nachmittagen reicht eine.
- Verkürzte Öffnungszeiten. Ein früherer Feierabend ist dem Team oft mehr wert als ein ganzer freier Tag und kostet den Laden wenig, wenn der Nachmittag ohnehin ruhig ist.
- Ein garantiert freier Tag für alle. Jeder weiß im Voraus, welcher Feiertag ihm sicher gehört — und nehmen Sie ihn nicht in letzter Minute zurück.

Ist das Team klein und meldet sich niemand freiwillig, sind verkürzte Öffnungszeiten die faire Lösung. Ein kleiner Laden übersteht es, an Heiligabend mittags zu schließen, aber eine gute Verkäuferin ist schwer zu ersetzen, wenn sie jedes Jahr diejenige ist, die hinter der Theke bleibt, während die anderen feiern. Ruhe und Familienzeit zu respektieren, liegt auf lange Sicht auch im Interesse des Ladens.
„Bei Öffnungszeiten an Feiertagen geht es nicht darum, wie lange die Inhaberin durchhält, sondern darum, welche Stunde sich zu öffnen lohnt — und wessen Feiertag wir dafür die Zeit wegnehmen.”
Bestellen vor und nach der Schließung über die Feiertage
Die größte Falle bei der Feiertagsbestellung ist nicht die Menge, sondern die Lieferpause. Viele Lieferanten pausieren tagelang oder liefern an zusammengelegten Tagen, sodass zwischen der letzten Lieferung vor dem Fest und der ersten danach vier oder fünf Tage liegen können. Fragen Sie jeden Lieferanten nach seinem Lieferkalender für die Feiertage und richten Sie Ihre Bestellungen danach aus. Wie viel Sie für die Weihnachtssaison bestellen, behandelt ausführlich „Wann Sie die Weihnachtsbestellung aufgeben und wie viel Sie bestellen“; hier geht es um die Tage rund um die Schließung über die Feiertage.
| Warengruppe | Vor der Schließung über die Feiertage | Nach der Schließung über die Feiertage | Warum |
|---|---|---|---|
| Brot, Backwaren | Mehr für den Vormittag, aber bis Mittag ausverkauft | Für den ersten Morgen, in Maßen | In ein, zwei Tagen unverkäuflich; die geschlossenen Tage übersteht es nicht. |
| Milch, Milchprodukte | Reichlich für die Spitze, weniger mit kurzem Datum | Gleich mit der ersten Lieferung | Über die geschlossenen Tage kann es ablaufen, danach wollen es aber alle. |
| Gekühlte Ware mit kurzer Haltbarkeit | Weniger als in einer normalen Woche | Nur nach Abverkauf | Aufschnitt, Salate, Fertiggerichte: um diese Zeit die größte Quelle für Abschriften. |
| Obst, Gemüse | Was zum Fest passt, vom Rest weniger | Mit frischer Lieferung | Ungekühlte Ware verdirbt auch im geschlossenen Laden. |
| Getränke, Mineralwasser, Eis | Reichlich für den 31. Dezember | Übliche Menge | Lange haltbar oder leicht zu lagern; ein großer Teil der Silvesterspitze. |
| Lange haltbare Ware, Haushaltsartikel | Übliche Menge, eine Lieferung früher | Übliche Menge | Sie verderben nicht, aber wegen der Lieferpause muss früher bestellt werden. |
Der wichtigste Grundsatz ist der letzte Tag vor der Schließung: Was Sie dann nicht verkaufen, altert über die geschlossenen Tage im Regal oder im Kühlschrank. Bemessen Sie Ihre Frischware deshalb so, dass sie ein, zwei Stunden vor Ladenschluss ausverkauft ist — auch wenn der letzte Kunde kein Brot mehr findet. Ein leeres Brotregal an Heiligabend mittags ist ein kleineres Problem als zwei Kisten Brot in den Abschriften am 27. Dezember.

Wie die Kunden erfahren, wann Sie geöffnet haben
Selbst die besten Öffnungszeiten an Feiertagen sind vergeudet, wenn die Kunden nichts davon wissen. Wer an Heiligabend nachmittags vor verschlossener Tür steht, geht beim nächsten Mal woanders hin, und wer nicht weiß, dass Sie am Tag nach Neujahr geöffnet haben, fährt zum großen Supermarkt. Hängen Sie Ihre Öffnungszeiten an Feiertagen deshalb an möglichst vielen Stellen aus — und mindestens zwei Wochen vorher.
- An der Tür. Ein gut lesbares Blatt in großer Schrift, nach Tagen aufgeschlüsselt. Jeder, der vorbeikommt, sieht es — auch wenn Sie geschlossen haben.
- An der Kasse. Ein kleiner Hinweis auf der Theke oder neben der Kasse und ein Satz zum Kunden: „Heiligabend haben wir bis eins geöffnet.“ So erfahren es die Stammkunden ganz sicher.
- Im Schaufenster. Eine Tafel oder ein Plakat, das von der Straße aus zu sehen ist, damit es auch Passanten bemerken.
- In den sozialen Medien. Ein kurzer Beitrag zwei Wochen vorher und eine Erinnerung am Tag vor dem Fest. Den Mustertext können Sie vom Türaushang übernehmen.
- In Ihrem Karten- und Sucheintrag. Vergessen Sie nicht, Ihre Öffnungszeiten an Feiertagen auch dort zu aktualisieren, denn viele schauen dort nach, bevor sie losgehen. Wie Sie den Eintrag pflegen, steht in unserem Artikel darüber, wie man auf Karten und in der Suche gefunden wird.
| Tag | Geöffnet | Notiz |
|---|---|---|
| 23. Dezember | 7–20 Uhr | Verlängerte Öffnungszeiten |
| 24. Dezember | 7–13 Uhr | Frisches Brot am Morgen, früher Ladenschluss |
| 25. Dezember | Geschlossen | Frohe Feiertage! |
| 26. Dezember | Geschlossen | — |
| 27.–30. Dezember | 8–18 Uhr | Verkürzte Öffnungszeiten |
| 31. Dezember | 7–17 Uhr | Reichlich Getränke und Eis, früher Ladenschluss |
| 1. Januar | Geschlossen | Ein gutes neues Jahr! |
| 2. Januar | 7–19 Uhr | Übliche Öffnungszeiten, Frischware ab dem Morgen |

Das Wichtigste am Aushang ist Klarheit. Schreiben Sie nicht „verkürzte Öffnungszeiten über die Feiertage“, denn daraus kann niemand erkennen, ob Sie an Heiligabend mittags oder um sechs schließen. Schlüsseln Sie nach Tag und Uhrzeit auf, und wenn Sie an einem Tag geschlossen haben, schreiben Sie es dazu. Ändern Sie in letzter Minute etwas, aktualisieren Sie es überall — sonst verlassen sich die Kunden auf den alten Aushang.
Checkliste Woche für Woche
Öffnungszeiten an Feiertagen stehen nicht an einem Tag. Wenn Sie vier Wochen vorher anfangen, gibt es in der letzten Woche keine Hektik, das Team weiß rechtzeitig, was auf es zukommt, und auch die Kunden erfahren es rechtzeitig. Die Reihenfolge unten ist ein Ausgangspunkt, den Sie an Ihre eigenen Feiertage anpassen können.
- 11. Vier Wochen vorher: die Öffnungszeiten festlegenSehen Sie sich die stündlichen Einnahmen an den Feiertagen des Vorjahres an, rechnen Sie aus, welche Stunden sich lohnen, und prüfen Sie die örtlichen Regeln. Legen Sie fest, wie lange Sie an jedem Tag geöffnet haben.
- 22. Vier Wochen vorher: der DienstplanSammeln Sie die Freiwünsche und die Freiwilligen, sehen Sie sich die Rotation des Vorjahres an und stellen Sie den Dienstplan für die Feiertage auf. Hängen Sie ihn gut sichtbar für alle aus.
- 33. Drei Wochen vorher: die LieferkalenderFragen Sie jeden Lieferanten nach seinen Liefer- und Bestelltagen über die Feiertage und notieren Sie, wann vor dem Fest zuletzt und danach zuerst Ware kommt.
- 44. Zwei Wochen vorher: Bestellung und AushangGeben Sie die Bestellung für lange haltbare Ware auf, planen Sie die letzte Bestellung an Frischware und hängen Sie Ihre Öffnungszeiten an Feiertagen an der Tür, an der Kasse, im Schaufenster, in den sozialen Medien und in Ihrem Karteneintrag aus.
- 55. In der letzten Woche: Erinnerungen und KontrollenPrüfen Sie, ob die endgültigen Öffnungszeiten überall stehen, sagen Sie es Ihren Stammkunden und stellen Sie sicher, dass alle wissen, wann sie arbeiten. Stellen Sie den Preisnachlass auf Verderbliches für die letzten Stunden vor dem Fest ein.
- 66. Am letzten Tag vor der Schließung: ordentlich schließenGehen Sie die Kühlschränke durch, verkaufen Sie Verderbliches oder schreiben Sie es ab, prüfen Sie die Kühltemperaturen, nehmen Sie das Bargeld mit oder schließen Sie es weg, schalten Sie aus, was nicht gebraucht wird, und aktivieren Sie die Alarmanlage.
- 77. Am ersten Tag nach den Feiertagen: WiedereröffnungKommen Sie früher, gehen Sie Kühlschränke und Haltbarkeitsdaten durch, räumen Sie die Frischware ein und schauen Sie, was fehlt. Vergleichen Sie am Abend mit der Tagesübersicht die Einnahmen mit demselben Tag im Vorjahr.
Wiedereröffnung nach den Feiertagen
Der erste Tag nach den Feiertagen beginnt oft mit einem starken Vormittag: Die Kunden wollen frisches Brot, Milch und Gemüse, weil genau das zu Hause zuerst ausgegangen ist. Ist das Brotregal leer oder steht abgelaufener Joghurt im Kühlschrank, beginnt der Kunde das Jahr mit einem schlechten Eindruck. Die Wiedereröffnung beginnt deshalb nicht mit dem Aufschließen der Tür, sondern mit einer gründlichen Kontrolle.
- Kühlschränke und Temperatur. Prüfen Sie, ob jeder Kühlschrank über die geschlossenen Tage einwandfrei gelaufen ist, und falls einer ausgefallen ist, räumen Sie die darin gelagerte Ware nicht ein.
- Haltbarkeitsdaten. Gehen Sie Milchprodukte, Aufschnitt und Ware mit kurzer Haltbarkeit durch. Was über die geschlossenen Tage abgelaufen ist, kommt aus dem Regal.
- Abschriften mit Grund. Erfassen Sie abgelaufene oder verdorbene Ware mitsamt Grund als Abschrift, damit Sie nächstes Jahr sehen, wie viel wegen der Feiertage verloren ging und wovon Sie weniger bestellen sollten.
- Preisnachlässe. Ware mit kurzem Datum, die noch einwandfrei ist, lohnt es sich am ersten Tag herabzusetzen, auch mit einem zeitgesteuerten Aktionspreis, damit sie bis zum Nachmittag verkauft ist.
- Ware für den ersten Tag. Die Frischware sollte bis zum Morgen in den Regalen sein, und bei lange haltbarer Ware prüfen Sie, was in der Spitze vor dem Fest ausverkauft wurde und was im Regal fehlt.

Ein paar Tage nach der Wiedereröffnung lohnt es sich, sich mit den Zahlen hinzusetzen. Wie hoch waren Einnahmen und Gewinn an den Feiertagen, Stunde für Stunde, wie viel wurde abgeschrieben, welche Stunde war überflüssig und welches Produkt war zu früh ausverkauft? Schreiben Sie das jetzt auf, denn im nächsten November erinnern Sie sich nicht mehr daran — und genau dann planen Sie damit die nächsten Öffnungszeiten an Feiertagen.
Häufige Fehler
- Aus Gewohnheit entscheiden. „Wie letztes Jahr“ — nur weiß niemand, ob sich das letzte Jahr gelohnt hat. Ohne die Stundenzahlen des Vorjahres ist die Entscheidung Raterei.
- Auf den Umsatz statt auf den Gewinn schauen. Eine Feiertagsstunde mit 60 Einheiten Einnahmen kann gut aussehen, aber wenn sie 15 Einheiten Gewinn bei 20 Einheiten Kosten bringt, ist sie ein Verlustgeschäft.
- Die Öffnungszeiten zu spät aushängen. Ein Blatt, das am Tag vor dem Fest aufgehängt wird, sehen die meisten Kunden nicht, und die Stammkunden verlassen sich auf die alten Zeiten.
- Den Karteneintrag vergessen. An der Tür stehen die Öffnungszeiten für die Feiertage, in der Suche aber die üblichen — und der Kunde steht vor verschlossener Tür.
- Jedes Jahr dieselbe Kollegin einteilen. Wer jeden Heiligabend hinter der Theke steht, sucht sich früher oder später woanders Arbeit.
- Die Lieferpause nicht einplanen. Erst nach der letzten Bestellung stellt sich heraus, dass der Lieferant vier Tage nicht kommt — und das Milchkühlregal ist leer.
- Vor der Schließung zu viel Frischware bestellen. Ein volles Brotregal sieht an Heiligabend mittags gut aus, am 27. Dezember ist es aber Abschrift.
- Die Wiedereröffnung als Routine behandeln. Wird die Kontrolle von Kühlschränken und Haltbarkeitsdaten ausgelassen, findet der erste Kunde des Jahres abgelaufene Ware im Regal.
Zusammenfassung
- Legen Sie Ihre Öffnungszeiten an Feiertagen anhand der stündlichen Einnahmen und des Gewinns an denselben Tagen im Vorjahr fest, nicht aus Gewohnheit.
- Eine Feiertagsstunde lohnt sich, wenn ihr Gewinn Lohn, Zuschlag und Energie deckt; im Beispiel blieben bei Schluss um 17 Uhr an Silvester 75 Einheiten statt 70 bei Schluss um 18 Uhr.
- Die Regeln zu Feiertagen, Schließpflicht, Zuschlägen und Ruhetagen unterscheiden sich von Ort zu Ort — prüfen Sie immer die örtlichen Vorschriften.
- Erstellen Sie den Dienstplan vier Wochen im Voraus mit Freiwilligen, Rotation und verkürzten Öffnungszeiten, und geben Sie allen einen garantiert freien Feiertag.
- Richten Sie Ihre Bestellungen nach der Lieferpause aus: Frischware sollte vor Ladenschluss ausverkauft sein, und von Verderblichem bestellen Sie weniger.
- Hängen Sie Ihre Öffnungszeiten zwei Wochen vorher aus, nach Tag und Uhrzeit aufgeschlüsselt — an der Tür, an der Kasse, im Schaufenster, in den sozialen Medien und in Ihrem Karteneintrag.
- Gehen Sie nach den Feiertagen Kühlschränke und Haltbarkeitsdaten durch, erfassen Sie Abschriften mit Grund und notieren Sie die Erkenntnisse für das nächste Jahr.
Häufige Fragen
Wie lange lohnt es sich, am 24. Dezember geöffnet zu haben?
In den meisten kleinen Läden bringt der Vormittag des 24. Dezember die Spitze vor dem Fest, und am frühen Nachmittag werden die Kunden schnell weniger. Sehen Sie sich die stündlichen Einnahmen des Vorjahres an Heiligabend an und schließen Sie dort, wo der Gewinn einer Stunde ihre Kosten nicht mehr deckt. Bei vielen Läden ist das am frühen Nachmittag, aber Ihre Gegend kann anders sein. Vergessen Sie nicht, dass auch das Team Feiertag hat — und vielerorts gelten für diesen Tag eigene Regeln.
Wie lange sollte der Laden an Silvester geöffnet haben?
In vielen Läden sind Vormittag und früher Nachmittag des 31. Dezember die letzte Spitze des Jahres: Getränke, Eis, Snacks und Kleinigkeiten gehen weg. Am späten Nachmittag wird es im Laden aber schnell ruhig, und die letzten Stunden sind oft schon ein Verlustgeschäft. Im Beispiel des Artikels blieben bei Schluss um 17 Uhr 5 Einheiten mehr als bei Schluss um 18 Uhr. Wo Ihre Grenze liegt, rechnen Sie genauso mit Ihren eigenen Stundenzahlen aus dem Vorjahr aus.
Lohnt es sich, an Neujahr zu öffnen?
Neujahr ist in den meisten Läden sehr ruhig, und vielerorts schränken auch die Regeln das Öffnen ein. Hat in der Nähe sonst niemand geöffnet, können ein paar Stunden genug Gewinn bringen, damit es sich lohnt, und die Kunden merken es sich. Kam aber im Vorjahr kaum jemand, ist ein garantiert freier Tag dem Team mehr wert. Prüfen Sie zuerst die örtlichen Regeln, dann die Zahlen des Vorjahres.
Wie rechne ich aus, ob sich eine Feiertagsstunde lohnt?
Nehmen Sie die Einnahmen derselben Stunde im Vorjahr und multiplizieren Sie sie mit Ihrer durchschnittlichen Marge: Das ist der Gewinn der Stunde. Ziehen Sie die Kosten einer geöffneten Stunde ab, also den Lohn einschließlich Zuschlag und die zusätzliche Energie. Ist das Ergebnis positiv, lohnt sich die Stunde; ist es negativ, lohnt es sich, früher zu schließen. Im Beispiel des Artikels kostete eine Stunde 20 Einheiten, und die 15 Einheiten Gewinn der letzten Stunde bei 60 Einheiten Einnahmen deckten das nicht mehr.
Muss ich an einem Feiertag schließen?
Das unterscheidet sich von Land zu Land und sogar von Ort zu Ort: Mancherorts besteht an bestimmten Feiertagen Schließpflicht, anderswo sind nur verkürzte Öffnungszeiten erlaubt, und wieder anderswo hängt es von Größe oder Art des Ladens ab. Auch örtliche Feiertage können von den landesweiten abweichen. Richten Sie sich nicht nach der Praxis des Vorjahres oder nach dem Laden nebenan, denn die Regeln können sich ändern. Prüfen Sie die aktuellen örtlichen Vorschriften und fragen Sie Ihre Steuerberatung.
Wie viel Zuschlag steht jemandem zu, der an einem Feiertag arbeitet?
Eine allgemeine Antwort gibt es nicht: Die Höhe des Zuschlags und ob stattdessen ein freier Tag zusteht, legen örtliche Regeln und Vereinbarungen fest. Im Beispiel des Artikels haben wir 50 Prozent Zuschlag angenommen, das ist aber nur ein angenommener Wert. Wichtig ist, dass der Zuschlag in die Rechnung einfließt, wenn Sie entscheiden, ob sich eine Feiertagsstunde lohnt. Nach dem genauen Satz fragen Sie Ihre Steuerberatung.
Wie plane ich das Team für die Feiertage fair?
Beginnen Sie mit den Freiwilligen, denn oft gibt es jemanden, dem der Zuschlag wichtig ist oder dessen Feiertage auf andere Tage fallen. Die anderen teilen Sie nach Rotation ein: Wer im Vorjahr an den begehrtesten Tagen gearbeitet hat, hat dieses Jahr Vorrang beim Freinehmen. Sammeln Sie die Wünsche vier Wochen im Voraus und sorgen Sie dafür, dass jeder weiß, welcher Feiertag ihm sicher gehört. Die allgemeinen Grundsätze der Dienstplanung behandelt unser Artikel zur Schichtplanung.
Wovon sollte ich vor den Feiertagen weniger bestellen?
Von gekühlter Ware mit kurzer Haltbarkeit — Aufschnitt, Salate, Fertiggerichte — und von Backwaren, weil sie über die geschlossenen Tage unverkäuflich werden. Bemessen Sie die Frischware so, dass sie ein, zwei Stunden vor Ladenschluss ausverkauft ist. Getränke, Mineralwasser und lange haltbare Ware können Sie dagegen ruhig reichlich bestellen, weil sie nicht verderben und einen großen Teil der Silvesterspitze ausmachen. Die Gesamtmenge für die Weihnachtssaison behandelt unser Artikel zur Weihnachtsbestellung.
Wann sollte ich die letzte Bestellung vor dem Fest aufgeben?
Das bestimmen die Lieferkalender Ihrer Lieferanten für die Feiertage — fragen Sie deshalb jeden drei oder vier Wochen vorher danach. Viele Lieferanten pausieren tagelang oder liefern an zusammengelegten Tagen, sodass die letzte Bestellfrist früher liegen kann als sonst. Notieren Sie, wann vor dem Fest zuletzt und danach zuerst Ware kommt. Bestellen Sie lange haltbare Ware eine Lieferung früher, damit während der Pause nichts knapp wird.
Wie teile ich den Kunden meine Öffnungszeiten an Feiertagen mit?
Hängen Sie sie mindestens zwei Wochen vorher an der Tür, an der Kasse und im Schaufenster aus, nach Tag und Uhrzeit aufgeschlüsselt. Veröffentlichen Sie einen Beitrag in den sozialen Medien und erinnern Sie Ihre Follower am Tag vor dem Fest daran. Vergessen Sie nicht, auch Ihren Karten- und Sucheintrag zu aktualisieren, denn viele schauen dort nach, bevor sie losgehen. Sagen Sie es Ihren Stammkunden auch an der Theke — sie sind es, die am meisten auf Sie zählen.
Was mache ich vor einer längeren Schließung mit verderblicher Ware?
In den letzten Öffnungsstunden lohnt es sich, sie herabzusetzen, auch mit einem zeitgesteuerten Aktionspreis, damit sie bis Ladenschluss verkauft ist. Was dann noch übrig ist und die geschlossenen Tage nicht übersteht, schreiben Sie mitsamt Grund ab, damit Sie nächstes Jahr sehen, wie viel verloren ging. Für die Ware, die in den Kühlschränken bleibt, prüfen Sie, ob die Kühlschränke einwandfrei laufen. Im nächsten Jahr zeigt Ihnen das, wovon Sie vor der Schließung weniger bestellen sollten.
Worauf sollte ich am ersten Tag nach den Feiertagen achten?
Kommen Sie früher und gehen Sie vor dem Öffnen Kühlschränke, Temperatur und Haltbarkeitsdaten durch. Nehmen Sie abgelaufene oder verdorbene Ware aus dem Regal und schreiben Sie sie mit Grund ab. Frisches Brot, Milch und Gemüse sollten bis zum Morgen im Regal sein, denn das wollen die meisten. Vergleichen Sie am Abend mit der Tagesübersicht die Einnahmen mit demselben Tag im Vorjahr und notieren Sie die Erkenntnisse für das nächste Jahr.
Sagen Sie den Produktnamen — und er steht an der Kasse.
Boltom App nimmt Ihnen die Arbeit hinter der Theke ab. Ein Produkt finden Sie über sein Foto oder indem Sie den Namen einfach aussprechen — ohne Codes, ohne Zettel. Was aus dem Regal geht oder in der Tonne landet, wird direkt dort erfasst, nicht in einem Heft. Die App arbeitet neben Ihrer vorhandenen Kasse, nicht an ihrer Stelle.
- Schnellcode mit Foto — oder sagen Sie den Produktnamen, und die Kasse findet ihn.
- Eigenverbrauch mit drei Fingertipps, auf den Namen der erfassenden Person.
- Täglicher Verderb samt Grund: abgelaufen, zerbrochen, unverkäuflich — in Geld summiert.
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